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U2 News » Leonard Cohen: I'm your man - Filmkritik


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   björn

   15.02.2006 um 13:28 Uhr

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Nach dem Sundance-Festival läuft der Film ‚Leonard Cohen: I'm your man’, an dem auch U2 beteiligt sind (siehe News), jetzt auch als Teilnehmer des Panorama-Wettbewerbs auf der Berlinale. Bei der gestrigen Vorführung waren sowohl die Regisseurin Lian Lunson als auch ihr Mentor und U2-Freund Wim Wenders anwesend. U2tour.de Mitarbeiter Björn Lampe hat sich den Film angesehen und seine Eindrücke niedergeschrieben:

Man muss ihn schon mögen, diesen eleganten und dennoch kantigen grauhaarigen Mann mit dieser tiefen, ins Mark gehenden Stimme. Wer Leonard Cohen und seine Musik, seine Poesie nicht mag, der wird in diesem Film leiden. Jeder andere Zuschauer vielleicht auch, aber eher an der Melancholie, der Tiefe der Wörter und der Stimmung, die dieser Film vermittelt. Regisseurin Lian Lunson nimmt uns mit auf eine Reise in das Innere des Leonard Cohen, wobei dies natürlich nur eine Momentaufnahme bleiben kann. Rahmenhandlung ist ein Tribute-Konzert zu Ehren Cohens welches 2004 in Sydney stattfand. Damals intonierten zahlreiche Künstler die Songs des Altmeisters, welcher seit 14 Jahren nicht mehr live auftritt. Mit dabei u.a. Nick Cave, Rufus Wainwright, Beth Orton und Jarvis Cocker. Lunson mischt diese Liveauftritte mit Interviews sowie Filmen und Bildern aus dem Leben von Cohen. In den Interviews kommt sowohl Cohen selbst als auch zahlreiche andere Musiker zu Wort. Besonders häufig greift sie dabei auf die Worte von Bono und The Edge zurück, die ihre Erinnerungen an ihre erste Berührungen mit Cohens Musik als auch dessen Einfluss und Werk insgesamt beschreiben. Lunson nutzt bei den Interviews und Rückblenden dabei zahlreiche Effekte, die an ihre Zeiten als Musikvideo-Regisseurin erinnern. Das kann manchmal nerven, passt aber gut zum Konzept von Puzzleteilen, welches sie aufbaut um zumindest Fragmente von Cohens Schaffen aufzuzeigen. Zudem baut sie durch wiederkehrende Elemente eine Spannung auf, die bereits von Beginn an auf das grandiose Ende hindeuten. In selbigem tritt der Altmeister Cohen nach 14 Jahren Abstinenz dann doch wieder ans Mikrofon. Er hatte sich lange geweigert, darauf verwiesen, dass er keine Band habe und wenn sowieso nur in New York - einer wichtigen Stadt in seiner Biografie - auftreten würde. Lunson arrangierte auch das: im Mai vergangenen Jahres nahm Cohen im New Yorker Slipper Room noch einmal seinen Titel 'Tower of Song' auf. Und die beigleitende Band waren U2. Dieser beeindruckende Schluss krönt einen fantastischen Dokumentarfilm, der natürlich von seiner Musik, den beteiligten Künstlern, aber eben insbesondere von Cohens Präsenz, seinen fantastischen Texten und seinem überraschend deutlich hervorkommenden Humor geprägt ist. Für Cohen-Fans und Musikliebhaber ist der Film ein Muss.



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