Tourblog

Tourblog » 360° Tour: (M)ein Zwischenfazit


24.07.2009
KommentarPermanent Link

360° Tour: (M)ein Zwischenfazit

Der 360° Tourauftakt ist schon über drei Wochen her, sechs Städte wurden bereist und zehn Konzerte haben wir bereits hinter uns. Barcelona, Mailand, Paris, Nizza, Berlin und   Amsterdam: Sie alle sind bereits Geschichte, nun haben die Iren beim Heimspiel in Dublin ihren Spaß mit Major Tom. Zeit, noch rechtzeitig vor den Dublin Konzerten ein kleines Zwischenfazit zu ziehen...

1. Die Bühne: "The Claw", "Spaceship", "Hässliches Riesending mit Noppen"...was hat die Bühne schon für Namen erhalten. So richtig warm konnten mit den Plänen Anfang des Jahres auf u2.com nur die wenigsten werden, doch wer die Bühne bereits selbst erlebt hat, musste dann doch zumindest einmal groß gucken oder schmunzeln. U2's 360° Bühne ist imposant, wenn auch keine Augenweide wie ZooTV oder Popmart. Allerdings steckt  hier zumindest eine Idee und etwas Innovation dahinter, was viele bei der Vertigo Tour vermisst haben. Kombiniert mit einer guten Lichtshow, wofür diesmal wieder gesorgt ist, erlebt man im Gesamtpaket ein grösseres Spektakel als noch auf den letzten beiden Tourneen. So muss eine Outdoor Show aussehen! 

2. Das Konzept: Was hat U2 bisher nicht erlebt? Kleine intime Hallenkonzerte? Hatten wir schon! Große Stadionspektakel? Hatten wir doch auch! Es war Zeit, sich etwas neues auszudenken. Mit diesem Gedanken spielten auch schon die vier Iren seit längerer Zeit   und waren auf der Suche nach der richtigen Mischung: Die Intimität eines "Club Gigs" kombiniert mit einem Riesenpublikum. Geht nicht? Gibts' nicht! Das 360° Konzept macht sich besser als gedacht: Natürlich ist es absurd bei +70,000 Zuschauern von "Intimität"   zu sprechen, aber durch den "Rund-um" Effekt gewinnt das Ganze doch etwas an Nähe. Schon in Barcelona war der visuelle Aspekt gigantisch: Vier Iren auf der Bühne und dahinter eine +10,000 Menge rundherum als Hintergrund: Wer braucht da noch eine Popmart LED-Wand?

3. Die Setlist: Vergesst die Bühne und das Konzept, die meisten von uns wären auch froh wenn Bono und Co. auf einem Holztisch Konzerte geben würden...solange die Setlist stimmt! Hierzu ein paar Gedanken:

+ Neue Lieder: Werden die neuen Songs auch Live funktionieren? Erleben wir eine zweite Bombe (z.B. "Miracle Drug")? Nix da! Die neuen Songs hauen meiner Meinung nach richtig rein. "Breathe" und "Magnificent" kennt man schon von den Promo Auftritten, "Get On Your Boots" hat durch die Stadionatmosphäre auch etwas zugelegt. "No Line On The Horizon" ist ein Mix der Alternative und Album Version und klingt fantastisch, "Moment Of Surrender" kommt auch mehr als nur solide rüber. "Unknown Caller" ist ein weiterer Lichtblick in der Setliste, womit viele nicht gerechnet haben. Die neuen Lieder haben alle was zum mitgröhlen, sei es auch nur die vielen "ooohoooos". Im Stadion kommt sowas fantastisch! Mit "Ill Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight" haben U2 sich sogar getraut eine Remix Version einzubauen, wobei mir die Version nicht sonderlich schmeckt (hat sonst wer an die aktuelle Coldplay Tour und deren unerwarteter Remix Version von "God Put A Smile Upon Your Face" denken müssen?). Aber wer bin ich schon, die Zuschauer gehen ab und nur darauf kommt's an. Das neue Album ist Live tauglich, wir können alle beruhigt schlafen!
 
+ Klassiker: "Bullet The Blue Sky" und "New Year's Day" sind raus, "Where The Streets Have No Name" wird wieder rot und grell zelebriert! Die restlichen Hits sind wie erwartet drinnen, könnten aber allesamt eine Pause gebrauchen: "With or Without You" wird gespielt, weil es gespielt werden muss und die Zuschauer dabei gut abgehen. Die Version tut aber mittlerweile nur noch weh und wird von Tour zu Tour schlechter. "Pride",  "Sunday Bloody Sunday", und "One" klingen wie immer in diesem Jahrzehnt und könnten, ginge es nach dem "harten Kern", auch mal eine Pause gebrauchen. Zuletzt noch ein Lob: "Vertigo" klingt bei dieser Tour einfach nur (ja, ich darf's' sagen) geil! Aber bitte nicht zweimal spielen!

+ Überraschungen: Mit "The Unforgettable Fire" und "Ultra Violet (Light My Way)" wurden zwei Lieder ausgepackt, welche die Fans ins schwärmen bringen und mit denen keiner   mehr gerechnet hat. Ausserdem wird in fasst jeder Stadt mal was neues angestimmt (Mailand: "Stuck In A Moment You Can't Get Out of"; Paris: "Mysterious Ways"; Berlin: "Stay (Far Away, So Close)"; Amsterdam: "Until The End Of The World", "Bad",  "Elevation"), so dass die Setlisten nie komplett 1:1 identisch sind, was bei den letzten Tourneen oft der Fall war. Natürlich hat auch die aktuelle Setliste ihren typischen Ablauf, aber der Mittelteil lässt einiges an Spielraum zum variieren, wovon Bono und Co. bisher auch gut Gebrauch gemacht haben.

4. Die Band: U2 haben sich bereits zwei Wochen vor Tourstart in Barcelona vorbereitet und relativ schnell ihre Ideen bezüglich der Setlist in den Proben durchgesetzt. Das "Auftaktfiasko", fasst schon eine kleine Tradition, blieb aus, stattdessen erlebt man ein solides Konzert nach dem anderen. Selten waren Bono und Co. am Anfang einer Tour bereits so eingespielt, was auch zur Lockerheit und Spielfreude der Band beiträgt auf der Bühne beiträgt. Aber wer hat sich schon wegen den Live-Auftritten Sorgen gemacht?


Mein Zwischenfazit in 7 Wörtern zusammengefasst? Die Tour macht mir heuer irre Spaß! Natürlich drängt hier und da die rosarote Brille durch, man kann und soll nicht immer sachlich bleiben. Schauen wir, wie sich das im Laufe der nächsten 18 Monate noch weiterentwickelt...

...und jetzt ist's höchste Zeit, ins Stadion zu gehen. Das nächste Konzert wartet: U2 Go Home!





News geschrieben von popmartian am 24.07.2009 um 17:58

    



XML | Impressum | Topicon