U2tour.de 360° Tour Blog
Laut Gedacht

Ein/e Review/Fazit zu den von mir besuchten Konzerten kann und möchte ich nicht schreiben. Ich bin eher der emotionale Typ Fan, der es als Fall für die Menschenrechtskonvention übersteigert, wenn in Dublin Leute aus der Schlange für den FOS auf meinen (meinen!!) Plätzen außerhalb des Catwalk stehen und sich nach dem Konzert nicht mehr an Verspieler, Textunsicherheiten oder gar ganze Songs erinnern kann. Sondern debil grinsend aus dem Stadion wankt und am besten der ganzen Welt mitteilen möchte, wie großartig das doch gerade war.
Deswegen führe ich hier mal auf, was mir so durch den Kopf gegangen ist, was andere um mich herum gesagt haben, oder was wir uns verschwiegen und später doch gesagt haben. Angelehnt an einen Thread vor ein paar Jahren zum Thema, was man während des Konzertes so denkt. Den Thread konnte ich nicht mehr finden, vielleicht hat jemand Lust, diese Sammlung zu ergänzen:
"Wenn sie jetzt noch einen Song proben, bringe ich sie eigenhändig um!"
Barcelona 30.06.09 kurz vor Einlass: Wir standen/lagen/saßen über 20h vor Camp Nou, hatten alle Höhen und Tiefen des Anstehens mit dem Extra Feature spanische Sommersonne einigermaßen überstanden, mussten unseren Sonnenschutz aufgeben und standen nun mit ca. 200 Fans direkt an den Gates. Keim Baum, kein Strauch zum Schattenspenden: es waren wir vs. die Hitze. Es gab dann von den Securities (nach "Aqua! Aqua!" Sprechchören) Wasser gereicht, was nach dem Stillen des schlimmsten Dursts zum Duschen der Menge verwendet wurde. Der Effekt hielt ca. 2 Minuten. Die Band im Stadion soundcheckte noch fröhlich vor sich hin. Wir bejubelten (naja, ihm Maße unserer Kräfte) jeden Song, aber irgendwann schlug die Stimmung um und es fiel eben dieser Satz, der beweist, dass man auch durchaus kritische Anmerkungen gegenüber seiner Lieblingsband äußern kann.
"Zum Glück nur noch drei Songs!"
Selbes Konzert, "Ultra Violet" wurde gerade angefangen. Durch die tolle Vorberichterstattung (die ich ja eigentlich gar nicht lesen und mich überraschen lassen wollte) war ich bestens informiert, dass danach nur noch zwei Songs kommen und dann Ende. Das Warten, die Hitze und der Crazy-Remix hatten mich so fertig gemacht, dass ich mich auf das Ende freute, auf mein Hostelbett, auf Augen zu machen und Schlafen. Aber während genau dieser Gedanke sich durch mein Hirn quälte, schoss gleich ein zweiter hinterher: "Wie lange hast du angestanden? Kannst du mal aufhören ans Schlafen zu denken und das hier gefälligst genießen, es ist schließlich das erste Konzert seit vier Jahren!!" Der erste Gedanke war mir dann sofort peinlich und ich wollte ihn niemandem anvertrauen. Später aber stellten wir fest, dass die sympathische Forumlerin neben mir, die ich sanft zu diesem Warten überredet habe, genau denselben Gedanken hatte!
Berlin, 18.07.09: Mein Heimspiel, ähm, -konzert. Es waren jede Menge Freunde von außerhalb (BerlinerInnen, nur außerhalb des Forums) dabei und nach den Barcelona Erfahrungen fühlte sich das späte Ankommen sehr entspannt an. Schließlich wollte ich das Konzert genießen und auch mal von etwas weiter hinten die Lichteffekte und den Videoscreen sehen. Nur der Schrank (gefühlte 2,50m), der sich dann während Snow Patrol genau vor mich stellen musste, wär mir bei einem gemütlichen Videoabend wohl nicht passiert.
"Ich glaube, wir sollten jetzt mal Aufstehen"
Gelsenkirchen, 03.08.09: Weil unsere kleine Wartegruppe Vertrauen in die Aufmerksamkeit der Security-Angestellten hatte: "die werden uns schon früh genug aufscheuchen", lagen wir noch acht Minuten vor dem Einlass gemütlich vor der Veltins Arena. An uns vorbei wuselten andere Konzertbesucher, die Menschen in der Warteschlange gegenüber schauten uns komisch an (und sahen viel weniger entspannt aus als wir!). Gefühlte zwei Sekunden nachdem wir alles zusammengepackt hatten und nun bereit für den Einlass waren (ich wette, den anderen ging auch das Zitat: "Wir wären dann soweit, kann losgehen!" durch den Kopf) hatte ich schon die Schleuse passiert und war auf dem Weg durch den Tunnel.
6 Wochen - 6 Shows: mein Fazit

Da ist er also wieder, dieser ganz normale Montag. Der Beginn einer ganz normalen Arbeitswoche und nur die Aussicht auf ein bisschen U2tour.de Liveberichterstattung in den kommenden Tagen. Und Samstag schon ist der europäische Teil der 360° Tour vorbei. Doch meine Tour hat ihr Ende bereits beim zweiten London-Konzert gefunden. Schluss also mit lauen Sommerabenden, Adrenalinkicks und voller musikalischer Dröhnung. Kein ‚Crazy’-Remix mehr, kein Major Tom und kein stundenlanges Warten vor den größten Stadien Europas. Sechs Mal hatte ich das Vergnügen dabei sein zu dürfen (Barcelona1+2, Berlin, Gelsenkirchen und London1+2), aber nun stelle ich mich erstmal nur noch in die Schlange vor der Eisdiele, man muss seine Süchte ja langsam reduzieren.
Nach 6 Shows in 6 Wochen ist es auch Zeit für ein kleines Fazit. U2 hatten angekündigt mit der 360° Tour einen Meilenstein in Sachen OpenAir-Konzerte zu setzen. Sie wollten eine Symbiose aus der Atmosphäre eines Hallenkonzertes und der Größe eines Stadionkonzertes schaffen. Und ließen dafür mit der Kralle eine der ungewöhnlichsten Bühnenkonstruktionen aller Zeiten erbauen. Hat es sich gelohnt?
Für mich lautet die Antwort auf diese Frage ‚ja’. Sogar ein entschiedenes ja! Die Bühne sieht nicht nur gigantisch gut aus, ihre technischen Spielereien ermöglichen es der Band in der Tat ihren Fans an fast allen Punkten des Stadions nahe zu kommen. Wobei Nähe natürlich nicht nur durch die Anzahl der Meter bis zum Fan definiert ist, sondern auch von der Stimmung her, die eben Intimität aufbauen kann oder nicht. Meiner Meinung nach schaffen U2 es in diesem Setting durchaus so etwas wie Intimität in das Stadion zu bringen. Besonders deutlich wird dies bei Akustikversionen wie bei Stay oder Stuck in a moment. In solchen Momenten scheint das Stadion weit weg zu sein – und die Band einem ganz nahe, ähnlich eben wie bei einem Hallenkonzert. Gleichzeitig kann die Bühne die Band aber größer erscheinen als sie tatsächlich ist. Die massiven Lichteffekte, gepaart mit einer genialen Choreografie, haben Crazy zu einem meiner Lieblingssongs auf dieser Tour werden lassen und auch die Lichteffekte bei City of Blinding Lights sind wahre Höhepunkte.
Aber ist die Tour wirklich so gut? Gerade auch im Vergleich zu ‚früher’? Oder freuen wir uns einfach nur, weil U2 endlich wieder auf Tour sind und die Vertigo-Tour im Vergleich zur Elevation-Tour eben für viele doch eine Enttäuschung war. Wieder beantworte ich diese Frage mit ja – diese Tour ist wirklich gut. Für mich sogar sehr gut. Ich habe U2 selten zu einem so frühen Zeitpunkt einer Tournee bereits in solcher Spielfreude gesehen, bemerkt, dass die Chemie zwischen den Bandmitgliedern hervorragend harmoniert und mich auch gleichzeitig über solche musikalischen Leckerbissen gefreut. Ganz im Ernst: hätte ich vor dem Tourauftakt in Barcelona mit Songs wie Unforgettable Fire und Ultraviolet auf der regelmäßigen Setlist gerechnet? Wohl kaum! Und das U2 nicht gerade dafür bekannt sind eine große Anzahl von Songs in der Setlist von Konzert zu Konzert durchzumischen ist ja nun schon lange bekannt. Und trotzdem gab es von London1 zu London2 gleich 4 neue Songs im Set, Respekt!
Bono selbst schreibt im Tourbuch der 360°-Tour (das ich übrigens dringend zu lesen empfehle!), dass die besten Konzerte dann stattfinden, wenn Band und Publikum eine Einheit bilden. Wenn sich eine Situation ergibt wie beim Tennis, wenn man vor dem nächsten Schlag gar nicht mehr denken muss, sondern die Bälle fast wie automatisch hin- und herfliegen. Diese Form der Atmosphäre habe ich auf dieser Tour bereits zwei Mal erlebt: beim zweiten Barcelona-Konzert und erst recht beim Berlin-Konzert. Ansätze fanden sich auch beim zweiten London-Konzert. Das sind immerhin 50% meiner diesjährigen Tourerfahrungen und deshalb habe ich diese Tour auch so genossen. Klar waren mithin im Vergleich die anderen Shows schwächer, aber schlecht waren auch sie nicht. Und die Band hat jede dieser Shows solide zu Ende gespielt, bewiesen, dass sie Profis sind – und menschlich, mit kleinen Fehlern, Macken und Problemen, so wie wir eben auch. Wenn ich eine perfekt durch choreographierte (Playback-)Show will, gehe ich eben zu Madonna. Will ich aber nicht, ich will Boys, die RocknRoll spielen – und die bekomme ich auf dieser Tour.
Interessant wird nun sein wie sich die Tour im Herbst und im kommenden Jahr weiterentwickelt. Sicherlich wird sich noch das ein oder andere an der Setlist ändern. So waren I will follow oder sogar Your blue room bereits im Soundcheck zu hören. Bono erwähnt im Tourbuch auch noch White as snow als weiteren Song, den sie live wohl noch probieren wollen. Und beständig wird sich wohl auch das Thema Video und die Einspielungen auf dem gigantischen Screen ändern, bereits seit Barcelona gab es dort viele – und wie ich finde gute – Änderungen. Es wird einem mit U2 also auch nicht langweilig werden. Und genau das macht doch Hoffnung auch durch die dunklen Monate des Jahres zu kommen. Insbesondere wenn tatsächlich noch ein neues U2-Album ins Haus steht.
Ich jedenfalls habe so eben die ersten 50 Cent in mein U2-Sparschwein gesteckt. Das wird sich bis zum Sommer kommenden Jahres garantiert noch füllen, wenn es endlich wieder heißt ‚Commencing countdown, engines on’!
Einwurf: Die Euphorisierten
Jede neue U2-Tour löst bei zahllosen Fans große Euphorie aus. Das ist durchaus bemerkenswert, zeigt es doch, auf welch große Anhängerschaft sich die Band nach mehr als 30 Jahren immer noch verlassen kann - auch wenn in diesem Jahr ein Album vorgelegt wurde, das nicht nur bei der "normalen" Öffentlichkeit, sondern offensichtlich auch bei einem Teil der Fans nicht nur für uneingeschränkte Begeisterung gesorgt hat. Man weiß aber: Als Liveact sind sie eine Bank.
Zum ersten Mal seit Ewigkeiten startete die diesjährige Tour in Europa und so weitete sich die Euphoriewelle hierzulande noch rascher als in den Jahren 2001 oder 2005 aus. Ein Superlativ jagte den nächsten: Die beste Show! Die perfekte Setlist! Das beste Konzert! Zudem war man wenig gnädig mit der Vertigo-Tour, da diese - obwohl seinerzeit auch von einer ähnlichen Euphorie begleitet - mit der neuen Tournee natürlich nicht mithalten könne.
Kurz: Die ausgehungerten Fans sind größtenteils begeistert. Das war - siehe 2005 - nicht anders zu erwarten und so sollte es auch sein.
Schnell wurde jedoch auch ein ziemlich unangenehmer Nebeneffekt deutlich: Kritische Töne werden von zumindest einigen der Euphorisierten nicht gern gehört; sie verteidigen ihre Band wie ein Raubtier das Junge. Wer nicht vollständig mit in die Jubelgesänge einstimmen wollte, wurde von diesen Fans schnell als typisch deutscher "Miesmacher" abgestempelt, der ja beim nächsten Mal nicht mehr hingehen müsse. Außerdem wäre derartige Kritk eine rein subjektive Angelegenheit, die man gefälligst auch als solche zu kennzeichnen habe und überhaupt solle man dankbar sein, die Band überhaupt live "erleben" zu dürfen.
Dazu kann ich nur sagen: So nicht! Auch mit Kritik muss fan umgehen können.
Ich habe in diesem Jahr drei 360°-Shows gesehen. Berlin, Amsterdam II und Gelsenkirchen. Berlin und Amsterdam haben mir sehr gut gefallen, von Gelsenkirchen war ich enttäuscht. Grundsätzlich entstand bei mir der Eindruck, dass die 360°-Tour durchaus einige Schwächen hat. Vom Konzept über die Bühne bis zur Show/Setlist. Ich will das an dieser Stelle nicht im Detail ausführen, aber: Sie können es m.E. besser.
Das soll nicht heißen, dass Berlin oder Amsterdam keine tollen Konzerte waren - ganz im Gegenteil! Nur gelang es der an beiden Abenden bestens aufgelegten Band, die Schwächen mit schlichtweg mitreißenden Konzerten vergessen zu machen. Das klappt nun mal nicht immer: In Gelsenkirchen schien es, als hätten die Herren nicht ihren besten Tag gehabt und so wurden die Probleme, so fand ich, besonders offensichtlich. Andere mögen es nicht so gesehen haben, aber eines sollte klar sein: Some Days Are Better Than Others. Auch bei U2.
Gerade wenn man weiß, zu welchen Großtaten diese Band auf der Bühne in der Lage ist (und - nicht zu vergessen - man i.d.R. sehr viel Geld und Zeit für Tickets und Anreise/Übernachtung investiert hat), dann muss man auch etwaige Schwächen ansprechen dürfen. Das sollte selbstverständlich sein.
Übrigens: Das ist meine Meinung. Sie ist naturgemäß subjektiv.
Organisatoren in Europa: Aufgepasst (Der Walk in den FOS)

Ist dann man nun endlich bei einem Bier in London und hat auch seine sau spät angekommenen Tickets in der Hand, ist der riesen Ärger über Ticketmaster und Konsorten schon wieder fast verflogen. Fast. Naja.
Aber am Tag des Konzertes sieht man wieder mal, warum man in die englische Hauptstadt auf ein Konzert geht. Es ist (beim Anstehen) einfach alles so entspannt. 2 Reihen vor dem Stadion, dieses mal "nur" einfach abgegrenzt mit einem Absperrband. (2005 in Twickenham hatte man hierzu Tonnen von Absperrgittern herangekarrt, um die Fans in eine Reihe zu bringen – siehe Foto)
Aber die Security immer aufmerksam mit dem Hinweis an die Fans, man solle Leute, die sich rein drängeln, einfach melden, die werden dann rausgeschmissen. Nummern werden wie immer vergeben, sind wie (fast) immer für die Katz’ – aber irgendwie funktioniert das perfekt.
Das eigentliche Highlight ist jedoch der Einlass. Beide Gates gleichzeitig (! – ist ja nicht so selbstverständlich – siehe Paris) auf, beide Gates werden mit Blockabfertigung (jeweils ca. 150 Personen) zu den automatisierten Drehkreuzen (Ticketscanner) gelassen. Kein Drängeln, kein Rennen, man ist mit einer überschaubaren Gruppe unterwegs.
Kurzer Check, Bändchen an die Hand für den Pitch und runtergehen auf den "hl. Rasen" von Wembley. Gemütliches Spazieren zu den FOS-Gates, wer nur einen schnellen Schritt macht, wird eingebremst. Gemütliches Durchgehen durch die FOS-Gates. Keine Traube, weil man hier nicht von hinten zu schnell die Leute reinläßt. Daher auch kein unendliches Gedränge und sinnlose Hinweise, nicht zu drücken, wie man es sonst kennt.
Das ist normal? Ja, in London. Aber in Deutschland, Österreich und weiteren Städten? Hier werden x Tore gleichzeitig geöffnet, keine Kanalisation der Fans, die am längsten da sind, wer sich seitlich reindrückt hat oft bessere Chancen. Tausende Leute im Run zu den FOS-Gates, wo dann 3 Schleusen sind, die, no na ned, sofort verstopft sind. "Nicht drücken!" Ja – klar, wenn von hinten hunderte auch rein wollen geht das automatisch. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet da die Veltins Arena in Gelsenkirchen: dort war sowohl das Warten als auch der Einlass in 2005 wie auch heuer gut organisiert und lief sehr geordnet ab. Nur in den Tunneln wurde anfangs gerannt, aber spätestens im Stadion hielten ein genug Sicherheitskräfte davon ab.
Jedes Jahr kontaktiert u2tour.de die Veranstalter in D und Ö, jedes Jahr kommt die gleiche dumme Antwort. "Wir können das, wir sind Profis, wir brauchen keine Hilfe". Ja, dann halt Hausverstand. Gelsenkirchen war heuer wohl eine Ausnahme. In Berlin gibt es einen vorderen Bereich beim Anstehen, der abgetrennt ist von Fans, die später gekommen sind. Super! Die Tore gehen auf und auch diese Absperrung wird geöffnet. Sorry, aber wie blöd muss man sein? Erst mal sie ersten 2000 rein gehen lassen, dann des Rest. Ist das denn so schwer? Manchmal leider schon.
Und hier der Videobeweis!
Walk into the FOS - U2 Wembley 14. August 2009
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Auch ohne Maske Aung San Suu Kyi unterstützen

Es ist für mich persönlich immer noch der zwiespältigste Moment der Show: während U2 Walk On spielen kommen Freiwillige mit Masken von Aung San Suu Kyi auf die Bühne und Bono fordert zudem das Publikum auf während des Songs ebenfalls diese Masken zu tragen. Ich kann mit Bischof Tutu und seinem Aufruf zur Unterstützung der Organisation von ONE gut leben. Aber diese Masken sind einfach nicht mein Ding, ich habe sie bisher weder getragen noch überhaupt mir in die Hand drücken lassen. Ich mag diese Inszenierung einfach nicht. Punkt. Aus. Dabei gerate ich dann durchaus selbst mit mir in Konflikt, denn plötzlich übertrage ich diese Inszenierung gar auf die Sache, fange an zu sagen 'Boah, diese Aung San Suu Kyi nervt!'. Aber halt: genau darum gehts hier ja gar nicht. Was mich nervt ist U2s Inszenierung, nicht die Sache.
Heute wurde Aung San Suu Kyi von einem Gericht in Burma zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt. Doch wer ist eigentlich Aung San Suu Kyi? Sie ist die wohl bekannteste Vorstreiterin für Demokratie und Menschenrechte in Burma, einem bitterarmen Land, welches seit Jahrzehnten von einer Militärregierung angeführt wird. 1990 gewann ihre Partei die Wahlen, doch die Militärs erkannten das Ergebnis nicht an. Seitdem steht sie mit wenigen Unterbrechungen unter Hausarrest.
Bono hat ihr 'Vergehen' auf dieser Tour mehrfach deutlich gekennzeichnet: 'Ihr einziges Vergehen besteht darin, dass sie bei freien und demokratischen Wahlen in Burma gewinnen würde.' Doch genau dies kann nun nicht geschehen, denn ihr neuerlicher Hausarrest schliesst sie auch von den nächsten Wahlen in Burma im kommenden Jahr aus. Die Menschen dort werden auch weiterhin in einer Diktatur leben und unter Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen leiden müssen.
Aung San Suu Kyi hat für ihren Kampf gegen die Militärdiktatur u.a. den Friedensnobelpreis erhalten. Bono hat ihr im Rahmen des dritten Dublin-Konzertes erst kürzlich die Auszeichnung "Ambassador of Conscience" verliehen, die von amnesty international vergeben wird. amnesty setzt sich seit Jahren für ihre Freilassung und für die Beachtung der Menschenrechte in Burma ein. Und wer sich also, wie ich, gegen das Aufsetzen der Maske entscheidet, kann trotzdem etwas tun und amnesty in ihrem kampf unterstützen. Infos dazu gibt es auf dieser Seite (her klicken), auf der Folgeseite befindet sich auch ein Video von der Preisverleihung im Rahmen des Dublin-Konzertes (hier klicken). Walk on!
Vorsprung durch Technik
"Times they are changing" an diese Liedzeile musste ich während der laufenden Tour immer wieder denken, auch wenn sie – soweit ich weiß – bisher auf dieser Tour nicht gesungen wurde.
Noch im Rahmen der Popmart Tour war es das Selbstverständlichste von der Welt, dass ich mir alle Informationen zu den Konterten fast ausschließlich aus Musikzeitschriften oder Tageszeitungen holte. Gespannt kaufte ich am Tag nach dem Konzert die Hannoversche Allgemeine und inhalierte jede Zeile und jedes Bild vom Konzert. Einige Artikel befinden sich noch heute in meinem "Archiv", für kein Geld der Welt würde ich mich davon trennen.
Wenn ich mich richtig erinnere, war es 2001 bei der Elevation Tour, dass mir Handys und Digitalkameras zuerst auffielen und mich später zeitweise richtig nervten, auch wenn ich (Bauart-bedingt) über die meisten Kameras noch eine akzeptable Sicht hatte.
Auf der anderen Seite brauchte ich mir nicht mehr für eine Menge Geld anschließend Konzertfotos kaufen, sondern fand im Internet eine unendliche Vielfalt von Bildern, die heute nochmals deutlich übertroffen wird.
Das Internet ermöglichte auch, die Setlist eines jeden Konzertes, Berichte und Informationen zeitnah auf U2Tour.de oder im Forum lesen zu können und so immer auf dem Laufenden zu sein.
Torrents wurden für mich interessant, da sie erstmals die Möglichkeit boten, kostenlos an Bootlegs zu kommen, die ich bisher auf dem (sonst sehr empfehlenswerten) Hannoverschen Flohmarkt gekauft hatte. Lediglich die noch suboptimale Internetverbindung war so lästig, so dass ich erst 2005 richtig davon profitieren konnte.
Zwischenzeitlich sind viele dieser Dinge gelebter Alltag geworden. Die Vorteile sind längst Normalität, ich nehme sie kaum noch wahr.
Heute genieße ich fast jeden Konzertabend an der Tastatur. Aus der Setlist von "Früher" ist eine Rundumbetreuung via Cover It Live geworden mit Bildern, Videos, Chat und Informationen vor Ort bis hin zu einer kompletten Live-Übertragung eines Konzertes. Zusammen mit hunderten ja tausenden Fans verfolge ich die meisten Shows und fühle mich "mittendrin statt nur dabei". Fotos wie die aus Polen jagen mir eine Gänsehaut über den Körper und füttern die Hoffnung auf eine Tour Fortsetzung in 2010.
Was wird der nächste Schritt sein? Live-Videos kompletter Konzerte in Echtzeit auf jedem Rechner weltweit, natürlich in HD? Oder Totalverbot von Digicams und Handys bei Konzerten? Springt U2 doch noch auf den Zug auf, den z.B. Genesis bereits genommen hat und vermarktet Livemitschnitte jedes einzelnen Konzertes? Oder erwirbt man sich, wie auch schon gesehen, mit dem Ticketkauf das Recht, anschließend einen professionellen Mitschnitt des Konzertes gratis herunter zu laden?
Wahrscheinlich wird es wieder nicht nur besser und nicht nur schlechter – aber eben anders. Ich bin dabei!
Die Setlist ist schlecht - die Setlist ist super
Die Überschrift sagt eigentlich alles. Das Thema Setlist ist immer aktuell und wird stets emotional und kontrovers diskutiert. Die einen vermissen immer noch Songs wie Bullet The Blue Sky und I Will Follow, die anderen freuen sich über ausgegrabene Perlen wie Ultra Violet oder Unforgettable Fire. Ich gehöre zur zweiten Gruppe.
Ich denke gerne über die Setlist nach und schreibe hier über die Setlist, obwohl ihr im Allgemeinen zu viel Bedeutung zugemessen wird. Ob ich ein Konzert toll finde, hängt von vielen anderen Faktoren ab. Dennoch: Vor 10 Tagen bin ich für 16 Stunden zur dritten 360°-Show nach Dublin geflogen. Ein Grund dafür war natürlich die mögliche Setlist. Wer sich an die Setlist der dritten Dubliner Vertigo-Show erinnert, weiß, wovon ich rede. Oder an die dritte Vertigo-Show in Amsterdam. Was war das für ein Gefühl als ich 2005 bei der Premiere von Miss Sarajevo dabei war. 2009 sind im Croke Park Überraschungen praktisch ausgeblieben. War es deshalb ein ‚schlechtes’ Konzert? Nein. Man muss aufpassen, dass man nicht Opfer der eigenen Erwartungen wird.
Wie ergibt sich überhaupt so eine Setlist? Nach welchen Kriterien werden die Songs ausgesucht und an welche Position gestellt? Gerne würde ich den Auswahlprozess kennen. Kommt da ein Adam durch die Tür und meint: "Jungs, ich will auf dieser Tour mal wieder Unforgettable Fire spielen!" Oder gibt McGuinness vor: "Männer, im Stadion müssen die Gassenhauer Sunday und Pride gespielt werden!" Oder kommt Unternehmensberater G. Friday und rasiert Drowning Man mit den Worten: "Passt nicht!"
Apropos Drowning Man. Der Song wurde während der Rehearsals ständig geprobt. Leider wurde er dennoch bisher nicht gespielt. Klar ist das irgendwie enttäuschend. Gerne wäre ich dabei gewesen, wenn dieser Song erstmals live gespielt worden wäre. Wenn man aber ehrlich darüber nachdenkt, muss man einsehen, dass er für die Spannung (=Stimmung) eines Konzerts nichts bringen kann. Würde ‚Drowning Man’ live funktionieren? Ich fürchte nicht. Man muss doch einsehen, dass das Publikum vor allem dann ausflippt, wenn Klassiker wie Pride und Sunday Bloody Sunday oder jüngere Hits wie Blinding Lights und Vertigo gespielt werden. Perlen wie Unforgettable Fire und Ultra Violet, die mir soviel bedeuten, reißen den Durchschnittsfan (was für ein Begriff!) einfach nicht vom Hocker.
Was an der aktuellen 360°-Setlist verwundert, ist, dass es eigentlich keine Standart-Setlist gibt. U2 spielen gleich zu Beginn vier neue Songs. Das ist o.k., aber ich halte Breathe weiterhin für den falschen Opener, auch wenn das Drum-Intro natürlich klasse ist. Magnificent geht an der Stelle etwas unter. Und für den Großteil der Zuschauer geht das Konzert erst mit Beautiful Day richtig los. So sehr ich z.B. Angel Of Harlem, In A Little While, Stay und Stuck mag, mit etwas schnelleren Songs à la Until the End Of The World und Elevation hat die Setlist deutlich mehr Momentum. Unknown Caller finde ich auch live klasse, hätte aber einen klaren Schluss verdient. In der Zugabe fehlt meiner Meinung nach ein schnellerer Song. Zum Beispiel statt With Or Without You, das einfach nicht mehr gut performt wird. An Moment Of Surrender als Closer habe ich mich gewöhnt, ich glaube aber immer noch, dass MOS und UC ihre Positionen besser getauscht hätten.
Nächstes Wochenende stehen in London meine beiden letzten 360-Shows an. Werde ich doch noch Electrical Storm hören? Ich will Bad noch mal erleben! Überrascht uns die Band vielleicht mit einem spontanen Party Girl? Und auf der nächsten Tour tippe ich ganz klar auf God Part II und Two Hearts Beat As One als Sterne der Setlist sowie auf Love Is Blindness als Closer. Oh Mann, immer diese Gedanken über die Setlist. Schrecklich!
I guess that's why they call it the blues...

Ob Elton John diese Zeilen schrieb und dabei auch an die gerade erlebten U2-Konzerte denken musste? Wohl kaum. Dennoch trifft er es ziemlich genau:
Ich stand gestern im Supermarkt und wollte schon Trinkpäckchen und allerlei ungesundes Zeugs wie Muffins, diverse Sorten Kekse (vorzugsweise ohne Schokolade, weil die schmilzst ja) und abgepackte Minisalami einpacken. Nur so aus Gewohnheit. Eigentlich mag ich diese Ernährung nicht. Eigentlich schlaf ich auch gern aus, gemütlich in meinem Bett. Eigentlich verbringe ich Urlaub entspannender, eigentlich bin ich auch gar nicht so fanatisch.
Aber U2 sind auf Tour, da ist eben alles etwas anders.
Ich vermisse (natürlich neben den zwei Stunden plus X, in der U2 auf der Bühne stehen) auch das Mitsingen zu den Songs zwischen den Bands; das nervöse Lachen des Gary Lightbody von Snow Patrol; das schnelle Schnellgehen für die vorher ausdiskutierten Plätze; die Anspannung vor dem Einlass, die Ruhe, wenn der Einlass noch weit entfernt ist und die Begegnungen mit anderen Fans.
Neben dem ganzen Vermissen habe ich auf dieser Tour auch sehr viel gelernt. In meinen subjektiven Eindrücken habe ich in Dublin die nettesten Security-Menschen im Stadion kennengelernt, die lieben Menschen auch ganz ungefragt die Setlist zustecken, nur weil man die das vorherige Konzert auch schon bekommen hat. Auf Schalke gab es das entspannteste Warten: beinah wären wir schon zu spät aufgestanden und der Einlass hätte ohne uns angefangen. Zum Glück standen aber mehr Leute hinter als vor uns. Und in Berlin besteht die Möglichkeit, dass man plötzlich schnell nach Dingen zum Unterschreiben suchen muss.
Genau diese Erfahrungen machen das Konzerterlebnis als Gesamtpaket so großartig. Und genau deswegen werde ich mich bestimmt bis Dienstag noch auf den Weg nach Italien machen, um dort im Lotto den Jackpot zu gewinnen! ;)U2s Road Crew
Sam O’Sullivan, Stuart Morgan, Dallas Schoo, Terry Lawless, Rocko Reedy, Joe O’Herlihy. Alles Namen, die seit vielen Jahren mit U2 verbunden sind, weil sie im Studio und auf Tour zu den engsten Mitarbeitern gehören. Die 360° Tour macht da keinen Unterschied. Wie immer vertraut die Band auf ihre langjährige Crew. Sehr wohl aber gibt es im Vergleich zur Vertigo Tour einige Änderungen im ‚Tour Staff’.
Bemerkenswert ist, wie unglaublich groß U2s Road Crew ist! Ein Personal Trainer, zwei Masseure, zig Leute fürs Catering, vier Damen für die Garderobe, zwei Leute für gute "Atmosphäre" und Dressing Rooms. Noch Fragen? Dennoch frage ich mich, wie es die Roadies schaffen, dieses Monster von Bühne auf- bzw. abzubauen. Wie verstaut man das alles wieder in Kisten? Wie passt das wieder in die vielen LKWs? Keine Ahnung, wie die das schaffen. Gerne würde ich mir diese Meisterleistung einmal ansehen. U2 sind mit 3 Bühnen unterwegs, allerdings bezieht sich das auf die Stahlkonstruktion. Das Sound- und Beleuchtungssystem ist nur einmal vorhanden. Allein für die Beleuchtung benötigen die Roadies 12-14 Stunden. Für den Aufbau der ganzen Bühne benötigen die Roadies wohl bis zu vier Tage, der Abbau dauert erneut mindestens 2 Tage. Soweit ich es verstehe, wiegt allein die Stahlkonstruktion 190 Tonnen.
Erneut ist mir aufgefallen, wie gelangweilt oder teilnahmslos einige Roadies die Show verfolgen. Das überrascht, ist aber eigentlich völlig verständlich. In Amsterdam laß einer von den Roadies während der Show mit seiner Taschenlampe Zeitung. Zwei andere rauchten heimlich unter einer der Brücken, so dass sie einmal sogar den Einsatz zum Verschieben verpennten. Lustig auch, dass die Ordner sie –im Gegensatz zu den Zuschauern- nicht auf das Rauchverbot aufmerksam machten.
Beim Tour-Personal sind mir ein paar Veränderungen ins Auge gefallen. John Sampson, Bonos bulliger Bodyguard, ist nach Elevation und Vertigo nicht mehr mit dabei. Wer Bono in den letzten Jahren vor Hotels oder ‚Back Entrances’ aufgelauert hat, wird sich sicherlich gut an John erinnern. Vielleicht habt Ihr auch beobachtet, wie er während der Konzerte im Graben um die Bühne Bono "verfolgt" hat.
Mit Bruce Ramus (‚Turn the lights down, Bruce!’) ist der langjährige Beleuchtungs-Chef nicht mehr an Bord. Seinen Posten hat nun jemand mit dem Namen Ethan Webber inne.
In der Abteilung Video hat Tom Krueger das Ruder übernommen, Stefaan "Smasher" Desmedt fungiert nur noch als Vize. Mal sehen, ob Smasher das gleiche Schicksal wie Steve Iredale erleidet, der nach seiner Degradierung mit über 20 Dienstjahren aussortiert wurde.
U2s Management wird übrigens nicht mehr von Steve Matthews geleitet. Er hat Principle Management Dublin vor Kurzem verlassen.
Vielleicht erinnern sich einige noch an Rachel, die auf der Vertigo Tour für Bonos Mikro zuständig war. Sie drehte damals vor Beginn stets eine Runde mit dem Mikro über die Bühne und die Catwalks. Nach einer Tour ist sie schon nicht mehr dabei.
Wer sich mehr für U2s Techniker und Mitarbeiter interessiert, der sollte einen Blick in in unsere Rubrik Who is Who? werfen.
360° Tour: (M)ein Zwischenfazit
1. Die Bühne: "The Claw", "Spaceship", "Hässliches Riesending mit Noppen"...was hat die Bühne schon für Namen erhalten. So richtig warm konnten mit den Plänen Anfang des Jahres auf u2.com nur die wenigsten werden, doch wer die Bühne bereits selbst erlebt hat, musste dann doch zumindest einmal groß gucken oder schmunzeln. U2's 360° Bühne ist imposant, wenn auch keine Augenweide wie ZooTV oder Popmart. Allerdings steckt hier zumindest eine Idee und etwas Innovation dahinter, was viele bei der Vertigo Tour vermisst haben. Kombiniert mit einer guten Lichtshow, wofür diesmal wieder gesorgt ist, erlebt man im Gesamtpaket ein grösseres Spektakel als noch auf den letzten beiden Tourneen. So muss eine Outdoor Show aussehen!
2. Das Konzept: Was hat U2 bisher nicht erlebt? Kleine intime Hallenkonzerte? Hatten wir schon! Große Stadionspektakel? Hatten wir doch auch! Es war Zeit, sich etwas neues auszudenken. Mit diesem Gedanken spielten auch schon die vier Iren seit längerer Zeit und waren auf der Suche nach der richtigen Mischung: Die Intimität eines "Club Gigs" kombiniert mit einem Riesenpublikum. Geht nicht? Gibts' nicht! Das 360° Konzept macht sich besser als gedacht: Natürlich ist es absurd bei +70,000 Zuschauern von "Intimität" zu sprechen, aber durch den "Rund-um" Effekt gewinnt das Ganze doch etwas an Nähe. Schon in Barcelona war der visuelle Aspekt gigantisch: Vier Iren auf der Bühne und dahinter eine +10,000 Menge rundherum als Hintergrund: Wer braucht da noch eine Popmart LED-Wand?
3. Die Setlist: Vergesst die Bühne und das Konzept, die meisten von uns wären auch froh wenn Bono und Co. auf einem Holztisch Konzerte geben würden...solange die Setlist stimmt! Hierzu ein paar Gedanken:
+ Neue Lieder: Werden die neuen Songs auch Live funktionieren? Erleben wir eine zweite Bombe (z.B. "Miracle Drug")? Nix da! Die neuen Songs hauen meiner Meinung nach richtig rein. "Breathe" und "Magnificent" kennt man schon von den Promo Auftritten, "Get On Your Boots" hat durch die Stadionatmosphäre auch etwas zugelegt. "No Line On The Horizon" ist ein Mix der Alternative und Album Version und klingt fantastisch, "Moment Of Surrender" kommt auch mehr als nur solide rüber. "Unknown Caller" ist ein weiterer Lichtblick in der Setliste, womit viele nicht gerechnet haben. Die neuen Lieder haben alle was zum mitgröhlen, sei es auch nur die vielen "ooohoooos". Im Stadion kommt sowas fantastisch! Mit "Ill Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight" haben U2 sich sogar getraut eine Remix Version einzubauen, wobei mir die Version nicht sonderlich schmeckt (hat sonst wer an die aktuelle Coldplay Tour und deren unerwarteter Remix Version von "God Put A Smile Upon Your Face" denken müssen?). Aber wer bin ich schon, die Zuschauer gehen ab und nur darauf kommt's an. Das neue Album ist Live tauglich, wir können alle beruhigt schlafen!
+ Klassiker: "Bullet The Blue Sky" und "New Year's Day" sind raus, "Where The Streets Have No Name" wird wieder rot und grell zelebriert! Die restlichen Hits sind wie erwartet drinnen, könnten aber allesamt eine Pause gebrauchen: "With or Without You" wird gespielt, weil es gespielt werden muss und die Zuschauer dabei gut abgehen. Die Version tut aber mittlerweile nur noch weh und wird von Tour zu Tour schlechter. "Pride", "Sunday Bloody Sunday", und "One" klingen wie immer in diesem Jahrzehnt und könnten, ginge es nach dem "harten Kern", auch mal eine Pause gebrauchen. Zuletzt noch ein Lob: "Vertigo" klingt bei dieser Tour einfach nur (ja, ich darf's' sagen) geil! Aber bitte nicht zweimal spielen!
+ Überraschungen: Mit "The Unforgettable Fire" und "Ultra Violet (Light My Way)" wurden zwei Lieder ausgepackt, welche die Fans ins schwärmen bringen und mit denen keiner mehr gerechnet hat. Ausserdem wird in fasst jeder Stadt mal was neues angestimmt (Mailand: "Stuck In A Moment You Can't Get Out of"; Paris: "Mysterious Ways"; Berlin: "Stay (Far Away, So Close)"; Amsterdam: "Until The End Of The World", "Bad", "Elevation"), so dass die Setlisten nie komplett 1:1 identisch sind, was bei den letzten Tourneen oft der Fall war. Natürlich hat auch die aktuelle Setliste ihren typischen Ablauf, aber der Mittelteil lässt einiges an Spielraum zum variieren, wovon Bono und Co. bisher auch gut Gebrauch gemacht haben.
4. Die Band: U2 haben sich bereits zwei Wochen vor Tourstart in Barcelona vorbereitet und relativ schnell ihre Ideen bezüglich der Setlist in den Proben durchgesetzt. Das "Auftaktfiasko", fasst schon eine kleine Tradition, blieb aus, stattdessen erlebt man ein solides Konzert nach dem anderen. Selten waren Bono und Co. am Anfang einer Tour bereits so eingespielt, was auch zur Lockerheit und Spielfreude der Band beiträgt auf der Bühne beiträgt. Aber wer hat sich schon wegen den Live-Auftritten Sorgen gemacht?
Mein Zwischenfazit in 7 Wörtern zusammengefasst? Die Tour macht mir heuer irre Spaß! Natürlich drängt hier und da die rosarote Brille durch, man kann und soll nicht immer sachlich bleiben. Schauen wir, wie sich das im Laufe der nächsten 18 Monate noch weiterentwickelt...
...und jetzt ist's höchste Zeit, ins Stadion zu gehen. Das nächste Konzert wartet: U2 Go Home!
Dank u wel Amsterdam!
What a night, what a show! Eigentlich wollte ich den Blog-Eintrag hier leer lassen, denn es ist schwer die letzte Nacht in Worte zu fassen. Eins mal vorweg: Vom "besten Konzert der Tour" zu reden finde ich sinnlos, denn wer kann schon so etwas subjektives bewerten und dann auch noch vergleichen? Wie dem auch sei, es war meine 7. Show der laufenden Tournee und war der perfekte Appetitmacher für die drei kommenden Dublin Shows...
21. Juli, 14:30 Uhr, Hafenstadt Amsterdam, Tatort Amsterdam ArenA. Die Warteschlangen am Eingang G und J sind schon enorm lang, überall wird laut U2 gehört, es gibt sogar bei der U-Bahn Station eine U2 Wurst mit Extras um 5€. Die vier Iren sind bereits ein Tag davor schon samt Raumschiff in Holland gelandet und haben die ArenA beglückt. Allerdings war der erste Auftritt dann doch nicht das, was man von Bono und Co. in Holland gewohnt ist. Man erinnere sich doch nur an die vorherige Tour, wo "Miss Sarajevo" beim letzten Konzert überraschend ausgepackt wurde ("Original Of The Species" und "40" waren zwei weitere Raritäten in Europa). Sollte die zweite Amsterdam Show ähnliches bieten?
Kurzum: Ja! Vergessen wir, dass mit "Unknown Caller", "I Still Haven't Found What I'm Looking For" und insbesondere "The Unforgettable Fire" drei Lieder in Ungnade gefallen sind, die Live mehr als nur überzeugt haben. Für Fans, die nur eine Show besuchen, bestimmt ärgerlich. Aber wer hat schon mit einer normalen Setliste beim zweiten Konzert in Amsterdam gerechnet (somal Dublin die nächste Station ist und man sich ja auch schon mal "aufwärmen" muss)? :)
Bei "Elevation" zündete die Show erst richtig, als "One" so früh im Set angestimmt wurde haben die U2 Historiker bestimmt schon an ZooTV gedacht: Auf "One" muss "Until The End Of The World" folgen...und so kam es auch. Leider ging der große Baum vor mir an diesem Abend nicht ohne blaue Flecken nach Hause, denn bei solchen Überraschungen landete mein Ellbogen ungewollt ein paar mal auf den Vordermann. Aber was solls, es gab wichtigeres ...zum Beispiel: was kommt jetzt an Stelle von "One"? Die Gerüchte um "Bad" waren durchgedrungen, aber wahr haben will mans trotzdem nicht. An dieser Stelle entschuldige ich mich für den Blackout bis Konzertende, denn was nach "Bad" kam und wie es war weiss ich nicht mehr. War und ist mir auch komplett egal. Für mich hat das Konzert nach dem "40" Snippet geendet.
"Something in the air" hat Bono schon nach "Elevation" gemeint, was an diesem Abend 100% auf die Band zutrifft. Die Spielfreude und Überraschungen waren enorm, Bono war bei "Moment Of Surrender" stehend K.O. und hätte nicht eine Sekunde länger weitermachen können. Das Publikum war gegenüber dem Vorabend auch besser drauf, dennoch war die Zuschauerleistung keine Offenbarung, was speziell in Amsterdam verwunderlich ist. Aber auch an so einem Publikum geht der Monsunregen kurz vorm Einlass und die tropische Hitze im Kessel nicht spurlos vorbei (und da man nicht einfach überall Bar bezahlen kann in der ArenA, geht der eine oder andere auch mal leer aus).
War es "das beste Konzert" der Tour? Wie gesagt, sowas lässt sich schwer beantworten: Barcelona II war geprägt von einer Riesenstimmung und Spielfreude der Band, Berlin lieferte hingegen eine Top Setlist. Amsterdam II brachte einige Überraschungen und hatte definitiv die rockigste Songauswahl bisher. Die Antwort auf die oftgestellte Frage bleibt daher jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Bin froh, mich fürs Amsterdam Kombo-Paket entschieden zu haben. Diese zwei Tage werde ich so schnell nicht vergessen...
Dublin kann kommen!Die Koenigsdisziplin FOS
Na, klar. Für einen echten Fan ist das Anstehen vor einem U2 Konzert
und der erfolgreiche Sprint in den FOS-Bereich die Königsdisziplin auf
Tour. Auf dieser Tour scheint mir das leider gar nicht mehr das
grösste zu sein. Der Blick aus dem FOS ist dieses Mal einfach
schwierig.
Um 11 Uhr waren wir in Amsterdam I in der Schlange am Eingang J. Erst
nach 18 Uhr war Einlass. Zwischendurch fliegen Campingstühle ueber
mich, überrennt die Menge sitzende Fans und schließlich stehe ich am
Eingang als Nr. 617 ganz vorne neben Nr. 13.
Der Knüller folgt beim Einlass: Mein Ticket kann nicht gescannt werden
- angeblich Fälschung! (ist natürlich Unsinn) Ich habe Riesenglück,
dass mich der Ordner trotzdem durchlässt.
Endlich drinnen. Bis 19 Uhr bleibt der FOS auf Adams Seite geöffnet.
Wir stehen am Catwalk auf Adams Seite und haben einen super Blick, wenn
die Bandmitglieder bei uns vorbeikommen. Ansonsten können wir Edge und
Larry gar nicht sehen. Neben uns steht eine Familie mit Teenager. Sie
hatten sich um 17 Uhr gemütlich in die Schlange gereiht. Na, toll! Das
machen wir heute auch.
Weitere Blog Einträge
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- 19. Jul: U2 in Berlin - best concert ever
- 13. Jul: Nur 48 Stunden
- 13. Jul: Crazy Night In Paris (11.7.2009)
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- 10. Jul: Ciao Milano
- 08. Jul: Il Delirio per gli U2
- 07. Jul: Die Frage aller Fragen - aber es gibt doch so viele.....
- 05. Jul: Die zweite Nacht im Camp Nou - echt crazy
- 02. Jul: Back from outer space

