U2tour.de 360° Tour Blog

26 Mai 2010 @ 17:21 von Dirk

Die neuen Songs der U2 360° Tour: Injury, Surgery, Postponed, Rehab

Da sitze ich nun und schreibe den ersten Blog-Eintrag der ‚neuen Saison‘. Ich befinde mich jedoch nicht in Frankfurt, Hannover oder Rom in irgendeinem Internetcafé; ich klappe gerade nicht in irgendeinem schäbigen Hotelzimmer den Laptop auf. Ich berichte nicht davon, wie ich alte U2-Freunde wieder getroffen habe und was für ein Gefühl es war, U2 endlich wieder live zu sehen. Nein, ich sitze zu Hause auf der heimischen Couch, schenk‘ mir einen Kaffee nach und führe das Tourtagebuch, ohne dass die Tour überhaupt läuft. Aber gestern fühlte ich mich wie mittendrin, als auf u2.com im Minutentakt vier Newsmeldungen rausgehauen wurden.

Mein erster Gedanke gilt Bono. Ich wünsche ihm alles, alles Gute! Es ist sicher verständlich, wenn man als Fan bestürzt reagiert. Irgendwie gehören Bono und U2 schließlich zu unserem Leben dazu. Das war keine leichte Verletzung, sondern eine wirklich schwere und die Situation war ernst. Man kann nur hoffen, dass er sich während der langen Reha gut erholt. Der Ton der Pressemitteilung und die Info über Bonos Gemütszustand sprechen Bände…

Erst mein zweiter Gedanke dreht sich um die Tour. Für viele Fans auf der Welt, die nicht-stornierbare Flüge und Hotels gebucht haben und Urlaubszeiten beim Arbeitgeber eingereicht haben, ist das schon ganz bitter. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Freude über ein U2-Konzert dahin ist. Jetzt wird die 360° Tour zur Endlosschleife für Band, Crew und Fans. Ich spekuliere mal darauf, dass im Frühjahr 2011 endlich Australien und Südamerika bereist werden, um die Tour dann im Frühsommer 2011 nach 2 Jahren in Nordamerika zu beenden.

Gucken wir zunächst in die nahe Zukunft. Edge glaubt zwar, U2 würden im August für Tour Rehearsals wieder auf der Bühne stehen, um die Tour in Turin wieder aufzunehmen. Das könnte angesichts von Bonos mindestens 8 Wochen Reha ganz schön knapp werden. Gut möglich, dass sich der Tourstart in Europa verzögert. Wäre das so schlimm? Nein, es gibt Wichtigeres als U2! Oder doch nicht?

Dirk

Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| Kommentar ?


20 Aug 2009 @ 19:50 von caro

Laut Gedacht

Ein/e Review/Fazit zu den von mir besuchten Konzerten kann und möchte ich nicht schreiben. Ich bin eher der emotionale Typ Fan, der es als Fall für die Menschenrechtskonvention übersteigert, wenn in Dublin Leute aus der Schlange für den FOS auf meinen (meinen!!) Plätzen außerhalb des Catwalk stehen und sich nach dem Konzert nicht mehr an Verspieler, Textunsicherheiten oder gar ganze Songs erinnern kann. Sondern debil grinsend aus dem Stadion wankt und am besten der ganzen Welt mitteilen möchte, wie großartig das doch gerade war.


Deswegen führe ich hier mal auf, was mir so durch den Kopf gegangen ist, was andere um mich herum gesagt haben, oder was wir uns verschwiegen und später doch gesagt haben. Angelehnt an einen Thread vor ein paar Jahren zum Thema, was man während des Konzertes so denkt. Den Thread konnte ich nicht mehr finden, vielleicht hat jemand Lust, diese Sammlung zu ergänzen:

"Wenn sie jetzt noch einen Song proben, bringe ich sie eigenhändig um!"
Barcelona 30.06.09 kurz vor Einlass: Wir standen/lagen/saßen über 20h vor Camp Nou, hatten alle Höhen und Tiefen des Anstehens mit dem Extra Feature spanische Sommersonne einigermaßen überstanden, mussten unseren Sonnenschutz aufgeben und standen nun mit ca. 200 Fans direkt an den Gates. Keim Baum, kein Strauch zum Schattenspenden: es waren wir vs. die Hitze. Es gab dann von den Securities  (nach "Aqua! Aqua!" Sprechchören) Wasser gereicht, was nach dem Stillen des schlimmsten Dursts zum Duschen der Menge verwendet wurde. Der Effekt hielt ca. 2 Minuten. Die Band im Stadion soundcheckte noch fröhlich vor sich hin. Wir bejubelten (naja, ihm Maße unserer Kräfte) jeden Song, aber irgendwann schlug die Stimmung um und es fiel eben dieser Satz, der beweist, dass man auch durchaus kritische Anmerkungen gegenüber seiner Lieblingsband äußern kann.

"Zum Glück nur noch drei Songs!"
Selbes Konzert, "Ultra Violet" wurde gerade angefangen. Durch die tolle Vorberichterstattung (die ich ja eigentlich gar nicht lesen und mich überraschen lassen wollte) war ich bestens informiert, dass danach nur noch zwei Songs kommen und dann Ende. Das Warten, die Hitze und der Crazy-Remix hatten mich so fertig gemacht, dass ich mich auf das Ende freute, auf mein Hostelbett, auf Augen zu machen und Schlafen. Aber während genau dieser Gedanke sich durch mein Hirn quälte, schoss gleich ein zweiter hinterher: "Wie lange hast du angestanden? Kannst du mal aufhören ans Schlafen zu denken und das hier gefälligst genießen, es ist schließlich das erste Konzert seit vier Jahren!!" Der erste Gedanke war mir dann sofort peinlich und ich wollte ihn niemandem anvertrauen. Später aber stellten wir fest, dass die sympathische Forumlerin neben mir, die ich sanft zu diesem Warten überredet habe, genau denselben Gedanken hatte!

"Es fühlt sich an, als würden wir zu einem Videoabend gehen"
Berlin, 18.07.09: Mein Heimspiel, ähm, -konzert. Es waren jede Menge Freunde von außerhalb (BerlinerInnen, nur außerhalb des Forums) dabei und nach den Barcelona Erfahrungen fühlte sich das späte Ankommen sehr entspannt an. Schließlich wollte ich das Konzert genießen und auch mal von etwas weiter hinten die Lichteffekte und den Videoscreen sehen. Nur der Schrank (gefühlte 2,50m), der sich dann während Snow Patrol genau vor mich stellen musste, wär mir bei einem gemütlichen Videoabend wohl nicht passiert.

"Ich glaube, wir sollten jetzt mal Aufstehen"
Gelsenkirchen, 03.08.09: Weil unsere kleine Wartegruppe Vertrauen in die Aufmerksamkeit der Security-Angestellten hatte: "die werden uns schon früh genug aufscheuchen", lagen wir noch acht Minuten vor dem Einlass gemütlich vor der Veltins Arena. An uns vorbei wuselten andere Konzertbesucher, die Menschen in der Warteschlange gegenüber schauten uns komisch an (und sahen viel weniger entspannt aus als wir!). Gefühlte zwei Sekunden nachdem wir alles zusammengepackt hatten und nun bereit für den Einlass waren (ich wette, den anderen ging auch das Zitat: "Wir wären dann soweit, kann losgehen!" durch den Kopf) hatte ich schon die Schleuse passiert und war auf dem Weg durch den Tunnel.

Und was ging Euch so durch den Kopf?

Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| 33 Kommentare


18 Aug 2009 @ 14:05 von björn

6 Wochen - 6 Shows: mein Fazit

Da ist er also wieder, dieser ganz normale Montag. Der Beginn einer ganz normalen Arbeitswoche und nur die Aussicht auf ein bisschen U2tour.de Liveberichterstattung in den kommenden Tagen. Und Samstag schon ist der europäische Teil der 360° Tour vorbei. Doch meine Tour hat ihr Ende bereits beim zweiten London-Konzert gefunden. Schluss also mit lauen Sommerabenden, Adrenalinkicks und voller musikalischer Dröhnung. Kein ‚Crazy’-Remix mehr, kein Major Tom und kein stundenlanges Warten vor den größten Stadien Europas. Sechs Mal hatte ich das Vergnügen dabei sein zu dürfen (Barcelona1+2, Berlin, Gelsenkirchen und London1+2), aber nun stelle ich mich erstmal nur noch in die Schlange vor der Eisdiele, man muss seine Süchte ja langsam reduzieren.

Nach 6 Shows in 6 Wochen ist es auch Zeit für ein kleines Fazit. U2 hatten angekündigt mit der 360° Tour einen Meilenstein in Sachen OpenAir-Konzerte zu setzen. Sie wollten eine Symbiose aus der Atmosphäre eines Hallenkonzertes und der Größe eines Stadionkonzertes schaffen. Und ließen dafür mit der Kralle eine der ungewöhnlichsten Bühnenkonstruktionen aller Zeiten erbauen. Hat es sich gelohnt?

Für mich lautet die Antwort auf diese Frage ‚ja’. Sogar ein entschiedenes ja! Die Bühne sieht nicht nur gigantisch gut aus, ihre technischen Spielereien ermöglichen es der Band in der Tat ihren Fans an fast allen Punkten des Stadions nahe zu kommen. Wobei Nähe natürlich nicht nur durch die Anzahl der Meter bis zum Fan definiert ist, sondern auch von der Stimmung her, die eben Intimität aufbauen kann oder nicht. Meiner Meinung nach schaffen U2 es in diesem Setting durchaus so etwas wie Intimität in das Stadion zu bringen. Besonders deutlich wird dies bei Akustikversionen wie bei Stay oder Stuck in a moment. In solchen Momenten scheint das Stadion weit weg zu sein – und die Band einem ganz nahe, ähnlich eben wie bei einem Hallenkonzert. Gleichzeitig kann die Bühne die Band aber größer erscheinen als sie tatsächlich ist. Die massiven Lichteffekte, gepaart mit einer genialen Choreografie, haben Crazy zu einem meiner Lieblingssongs auf dieser Tour werden lassen und auch die Lichteffekte bei City of Blinding Lights sind wahre Höhepunkte.

Aber ist die Tour wirklich so gut? Gerade auch im Vergleich zu ‚früher’? Oder freuen wir uns einfach nur, weil U2 endlich wieder auf Tour sind und die Vertigo-Tour im Vergleich zur Elevation-Tour eben für viele doch eine Enttäuschung war. Wieder beantworte ich diese Frage mit ja – diese Tour ist wirklich gut. Für mich sogar sehr gut. Ich habe U2 selten zu einem so frühen Zeitpunkt einer Tournee bereits in solcher Spielfreude gesehen, bemerkt, dass die Chemie zwischen den Bandmitgliedern hervorragend harmoniert und mich auch gleichzeitig über solche musikalischen Leckerbissen gefreut. Ganz im Ernst: hätte ich vor dem Tourauftakt in Barcelona mit Songs wie Unforgettable Fire und Ultraviolet auf der regelmäßigen Setlist gerechnet? Wohl kaum! Und das U2 nicht gerade dafür bekannt sind eine große Anzahl von Songs in der Setlist von Konzert zu Konzert durchzumischen ist ja nun schon lange bekannt. Und trotzdem gab es von London1 zu London2 gleich 4 neue Songs im Set, Respekt!

Bono selbst schreibt im Tourbuch der 360°-Tour (das ich übrigens dringend zu lesen empfehle!), dass die besten Konzerte dann stattfinden, wenn Band und Publikum eine Einheit bilden. Wenn sich eine Situation ergibt wie beim Tennis, wenn man vor dem nächsten Schlag gar nicht mehr denken muss, sondern die Bälle fast wie automatisch hin- und herfliegen. Diese Form der Atmosphäre habe ich auf dieser Tour bereits zwei Mal erlebt: beim zweiten Barcelona-Konzert und erst recht beim Berlin-Konzert. Ansätze fanden sich auch beim zweiten London-Konzert. Das sind immerhin 50% meiner diesjährigen Tourerfahrungen und deshalb habe ich diese Tour auch so genossen. Klar waren mithin im Vergleich die anderen Shows schwächer, aber schlecht waren auch sie nicht. Und die Band hat jede dieser Shows solide zu Ende gespielt, bewiesen, dass sie Profis sind – und menschlich, mit kleinen Fehlern, Macken und Problemen, so wie wir eben auch. Wenn ich eine perfekt durch choreographierte (Playback-)Show will, gehe ich eben zu Madonna. Will ich aber nicht, ich will Boys, die RocknRoll spielen – und die bekomme ich auf dieser Tour.

Interessant wird nun sein wie sich die Tour im Herbst und im kommenden Jahr weiterentwickelt. Sicherlich wird sich noch das ein oder andere an der Setlist ändern. So waren I will follow oder sogar Your blue room bereits im Soundcheck zu hören. Bono erwähnt im Tourbuch auch noch White as snow als weiteren Song, den sie live wohl noch probieren wollen. Und beständig wird sich wohl auch das Thema Video und die Einspielungen auf dem gigantischen Screen ändern, bereits seit Barcelona gab es dort viele – und wie ich finde gute – Änderungen. Es wird einem mit U2 also auch nicht langweilig werden. Und genau das macht doch Hoffnung auch durch die dunklen Monate des Jahres zu kommen. Insbesondere wenn tatsächlich noch ein neues U2-Album ins Haus steht.

Ich jedenfalls habe so eben die ersten 50 Cent in mein U2-Sparschwein gesteckt. Das wird sich bis zum Sommer kommenden Jahres garantiert noch füllen, wenn es endlich wieder heißt ‚Commencing countdown, engines on’!

Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| 73 Kommentare


17 Aug 2009 @ 21:31 von nullkommadrei

Einwurf: Die Euphorisierten

Jede neue U2-Tour löst bei zahllosen Fans große Euphorie aus. Das ist durchaus bemerkenswert, zeigt es doch, auf welch große Anhängerschaft sich die Band nach mehr als 30 Jahren immer noch verlassen kann - auch wenn in diesem Jahr ein Album vorgelegt wurde, das nicht nur bei der "normalen" Öffentlichkeit, sondern offensichtlich auch bei einem Teil der Fans nicht nur für uneingeschränkte Begeisterung gesorgt hat. Man weiß aber: Als Liveact sind sie eine Bank.

Zum ersten Mal seit Ewigkeiten startete die diesjährige Tour in Europa und so weitete sich die Euphoriewelle hierzulande noch rascher als in den Jahren 2001 oder 2005 aus. Ein Superlativ jagte den nächsten: Die beste Show! Die perfekte Setlist! Das beste Konzert! Zudem war man wenig gnädig mit der Vertigo-Tour, da diese - obwohl seinerzeit auch von einer ähnlichen Euphorie begleitet - mit der neuen Tournee natürlich nicht mithalten könne.
Kurz: Die ausgehungerten Fans sind größtenteils begeistert. Das war - siehe 2005 - nicht anders zu erwarten und so sollte es auch sein.

Schnell wurde jedoch auch ein ziemlich unangenehmer Nebeneffekt deutlich: Kritische Töne werden von zumindest einigen der Euphorisierten nicht gern gehört; sie verteidigen ihre Band wie ein Raubtier das Junge. Wer nicht vollständig mit in die Jubelgesänge einstimmen wollte, wurde von diesen Fans schnell als typisch deutscher "Miesmacher" abgestempelt, der ja beim nächsten Mal nicht mehr hingehen müsse. Außerdem wäre derartige Kritk eine rein subjektive Angelegenheit, die man gefälligst auch als solche zu kennzeichnen habe und überhaupt solle man dankbar sein, die Band überhaupt live "erleben" zu dürfen.
Dazu kann ich nur sagen: So nicht! Auch mit Kritik muss fan umgehen können.

Ich habe in diesem Jahr drei 360°-Shows gesehen. Berlin, Amsterdam II und Gelsenkirchen. Berlin und Amsterdam haben mir sehr gut gefallen, von Gelsenkirchen war ich enttäuscht. Grundsätzlich entstand bei mir der Eindruck, dass die 360°-Tour durchaus einige Schwächen hat. Vom Konzept über die Bühne bis zur Show/Setlist. Ich will das an dieser Stelle nicht im Detail ausführen, aber: Sie können es m.E. besser.

Das soll nicht heißen, dass Berlin oder Amsterdam keine tollen Konzerte waren - ganz im Gegenteil! Nur gelang es der an beiden Abenden bestens aufgelegten Band, die Schwächen mit schlichtweg mitreißenden Konzerten vergessen zu machen. Das klappt nun mal nicht immer: In Gelsenkirchen schien es, als hätten die Herren nicht ihren besten Tag gehabt und so wurden die Probleme, so fand ich, besonders offensichtlich. Andere mögen es nicht so gesehen haben, aber eines sollte klar sein: Some Days Are Better Than Others. Auch bei U2.

Gerade wenn man weiß, zu welchen Großtaten diese Band auf der Bühne in der Lage ist (und - nicht zu vergessen - man i.d.R. sehr viel Geld und Zeit für Tickets und Anreise/Übernachtung investiert hat), dann muss man auch etwaige Schwächen ansprechen dürfen. Das sollte selbstverständlich sein.

Übrigens: Das ist meine Meinung. Sie ist naturgemäß subjektiv.

Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| 59 Kommentare


15 Aug 2009 @ 10:24 von Didi

Organisatoren in Europa: Aufgepasst (Der Walk in den FOS)

Ist dann man nun endlich bei einem Bier in London und hat auch seine sau spät angekommenen Tickets in der Hand, ist der riesen Ärger über Ticketmaster und Konsorten schon wieder fast verflogen. Fast. Naja.

Aber am Tag des Konzertes sieht man wieder mal, warum man in die englische Hauptstadt auf ein Konzert geht. Es ist (beim Anstehen) einfach alles so entspannt. 2 Reihen vor dem Stadion, dieses mal "nur" einfach abgegrenzt mit einem Absperrband. (2005 in Twickenham hatte man hierzu Tonnen von Absperrgittern herangekarrt, um die Fans in eine Reihe zu bringen – siehe Foto)

Aber die Security immer aufmerksam mit dem Hinweis an die Fans, man solle Leute, die sich rein drängeln, einfach melden, die werden dann rausgeschmissen. Nummern werden wie immer vergeben, sind wie (fast) immer für die Katz’ – aber irgendwie funktioniert das perfekt.

Das eigentliche Highlight ist jedoch der Einlass. Beide Gates gleichzeitig (! – ist ja nicht so selbstverständlich – siehe Paris) auf, beide Gates werden mit Blockabfertigung (jeweils ca. 150 Personen) zu den automatisierten Drehkreuzen (Ticketscanner) gelassen. Kein Drängeln, kein Rennen, man ist mit einer überschaubaren Gruppe unterwegs.

Kurzer Check, Bändchen an die Hand für den Pitch und runtergehen auf den "hl. Rasen" von Wembley. Gemütliches Spazieren zu den FOS-Gates, wer nur einen schnellen Schritt macht, wird eingebremst. Gemütliches Durchgehen durch die FOS-Gates. Keine Traube, weil man hier nicht von hinten zu schnell die Leute reinläßt. Daher auch kein unendliches Gedränge und sinnlose Hinweise, nicht zu drücken, wie man es sonst kennt.

Das ist normal? Ja, in London. Aber in Deutschland, Österreich und weiteren Städten? Hier werden x Tore gleichzeitig geöffnet, keine Kanalisation der Fans, die am längsten da sind, wer sich seitlich reindrückt hat oft bessere Chancen. Tausende Leute im Run zu den FOS-Gates, wo dann 3 Schleusen sind, die, no na ned, sofort verstopft sind. "Nicht drücken!" Ja – klar, wenn von hinten hunderte auch rein wollen geht das automatisch. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet da die Veltins Arena in Gelsenkirchen: dort war sowohl das Warten als auch der Einlass in 2005 wie auch heuer gut organisiert und lief sehr geordnet ab. Nur in den Tunneln wurde anfangs gerannt, aber spätestens im Stadion hielten ein genug Sicherheitskräfte davon ab.

Jedes Jahr kontaktiert u2tour.de die Veranstalter in D und Ö, jedes Jahr kommt die gleiche dumme Antwort. "Wir können das, wir sind Profis, wir brauchen keine Hilfe". Ja, dann halt Hausverstand. Gelsenkirchen war heuer wohl eine Ausnahme. In Berlin gibt es einen vorderen Bereich beim Anstehen, der abgetrennt ist von Fans, die später gekommen sind. Super! Die Tore gehen auf und auch diese Absperrung wird geöffnet. Sorry, aber wie blöd muss man sein? Erst mal sie ersten 2000 rein gehen lassen, dann des Rest. Ist das denn so schwer? Manchmal leider schon.

Und hier der Videobeweis!




Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| 52 Kommentare


11 Aug 2009 @ 12:54 von björn

Auch ohne Maske Aung San Suu Kyi unterstützen

Es ist für mich persönlich immer noch der zwiespältigste Moment der Show: während U2 Walk On spielen kommen Freiwillige mit Masken von Aung San Suu Kyi auf die Bühne und Bono fordert zudem das Publikum auf während des Songs ebenfalls diese Masken zu tragen. Ich kann mit Bischof Tutu und seinem Aufruf zur Unterstützung der Organisation von ONE gut leben. Aber diese Masken sind einfach nicht mein Ding, ich habe sie bisher weder getragen noch überhaupt mir in die Hand drücken lassen. Ich mag diese Inszenierung einfach nicht. Punkt. Aus. Dabei gerate ich dann durchaus selbst mit mir in Konflikt, denn plötzlich übertrage ich diese Inszenierung gar auf die Sache, fange an zu sagen 'Boah, diese Aung San Suu Kyi nervt!'. Aber halt: genau darum gehts hier ja gar nicht. Was mich nervt ist U2s Inszenierung, nicht die Sache.

Heute wurde Aung San Suu Kyi von einem Gericht in Burma zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt. Doch wer ist eigentlich Aung San Suu Kyi? Sie ist die wohl bekannteste Vorstreiterin für Demokratie und Menschenrechte in Burma, einem bitterarmen Land, welches seit Jahrzehnten von einer Militärregierung angeführt wird. 1990 gewann ihre Partei die Wahlen, doch die Militärs erkannten das Ergebnis nicht an. Seitdem steht sie mit wenigen Unterbrechungen unter Hausarrest.

Bono hat ihr 'Vergehen' auf dieser Tour mehrfach deutlich gekennzeichnet: 'Ihr einziges Vergehen besteht darin, dass sie bei freien und demokratischen Wahlen in Burma gewinnen würde.' Doch genau dies kann nun nicht geschehen, denn ihr neuerlicher Hausarrest schliesst sie auch von den nächsten Wahlen in Burma im kommenden Jahr aus. Die Menschen dort werden auch weiterhin in einer Diktatur leben und unter Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen leiden müssen.

Aung San Suu Kyi hat für ihren Kampf gegen die Militärdiktatur u.a. den Friedensnobelpreis erhalten. Bono hat ihr im Rahmen des dritten Dublin-Konzertes erst kürzlich die Auszeichnung "Ambassador of Conscience" verliehen, die von amnesty international vergeben wird. amnesty setzt sich seit Jahren für ihre Freilassung und für die Beachtung der Menschenrechte in Burma ein. Und wer sich also, wie ich, gegen das Aufsetzen der Maske entscheidet, kann trotzdem etwas tun und amnesty in ihrem kampf unterstützen. Infos dazu gibt es auf dieser Seite (her klicken), auf der Folgeseite befindet sich auch ein Video von der Preisverleihung im Rahmen des Dublin-Konzertes (hier klicken). Walk on!

Artikel verschicken...Artikel drucken...TwitterFacebook| 23 Kommentare


Suche | XML | Bookmark | Topicon