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U2 News » ¡Uno, Dos, Tres... Quince! - 15 Jahre Vertigo


In dieser Kategorie werden wir in unregelmäßigen Abständen einzelne U2-Songs betrachten und aus persönlicher Sicht - d. h. sehr subjektiv - besprechen. Zum 15-jährigen Jubiläum des Releases der Vertigo-Single (diese Woche Freitag) berichtet unsere Mitarbeiterin Denise davon, wie sie durch den Song zum U2-Fan geworden ist. 


V E R T I G O


  • Album: How To Dismantle An Atomic Bomb, Track 1
  • Veröffentlichung: 24. September 2004 (Radio Release) 
  • Single: ja, 08. November 2004
  • Live-Performance: erstmals 28.03.2005 San Diego (zuvor bereits auf der HTDAAB Promo Tour)
  • Besonderheiten: -

  • Vertigo war in vielerlei Hinsicht meine erste Begegnung mit U2. Alles begann im Jahr 2004 mit diesem Apple-Werbespot. Dort präsentiert sich die Band als coole, schwarze Gestalten vor bunten Hintergründen, die ihren aktuellen Song performen. Durch diese Marketing-Kooperation mit dem kalifornischen Elektronikkonzern gewannen die vier Iren meine volle Aufmerksamkeit und so wollte ich ab diesem Zeitpunkt unbedingt mehr über ihre Musik erfahren. Von Vertigo bis Gloria hörte ich mich also quer durch den riesigen Songkatalog. 

     

    Als ich wenige Monate später das Konzert im Münchner Olympiastadion besuchte, war Vertigo der erste Titel der live gespielt wurde - und an diesem Abend auch der letzte. Der Track war sozusagen Opener und Closer zugleich, was mich damals ein bisschen wunderte. Denn wie ich ja schon ziemlich bald herausgefunden hatte, mangelte es U2 an der Songauswahl nicht gerade - wieso also den gleichen Song zweimal spielen? Später habe ich gelesen, dass Vertigo textliche Anspielungen auf  "Stories for Boys” enthält, einer der ersten Veröffentlichung der Band aus dem Jahr 1979. Damit die Auftritte damals ein bisschen länger ausfielen, wurden manche Songs am Ende nochmals gespielt. Ich persönlich glaube ja, die Band hatte einfach genauso viel Spaß Vertigo live zu spielen wie ich damals am 03.08.2005 in München beim Zuhören. Bis jedoch alle Bandmitglieder Spaß an diesem Song hatten, war es ein langer Weg.

     

    Aus Edges anfänglicher Titel-Idee Full Metal Jacket wurde im weiteren Verlauf nämlich erst einmal Native Son. Die Story hierzu handelte von einem angeblich zu Unrecht inhaftierten, indianischen Aktivisten aus den USA. Die damalige Studio-Aufnahme war nicht ganz so rockig und es fehlte tatsächlich noch das gewisse Etwas, auch wenn sie der heutigen Version schon recht ähnelte. Bono schien aber vor allem mit dem Text nicht zufrieden, denn, wie Produzent Steve Lillywhite später in einem Radio-Interview erzählte, sagte der Sänger während der Aufnahmen: "Ich kann nicht zwei Jahre lang auf Welttournee gehen und diesen Song singen!”. Es ist nicht im Detail übermittelt, was den Frontmann daran störte, sicher ist jedoch: Ein neuer Text wurde geschrieben, an Riffs, Beats und Akkorden noch ein wenig getüftelt und Vertigo war geboren. Im Gegensatz zu Native Son erzählt diese Version übrigens keine politische Geschichte. Laut Bono handelt sie von einem imaginären Luxus-Club Namens Vertigo in dem man eigentlich ausgelassen feiern und einen tollen Abend verbringen sollte. Stattdessen kommt zwischen all den reichen Leuten und den teuren Drinks totales Unbehagen auf.

     

    Was macht den ersten Song auf dem Album How To Dismantle An Atomic Bomb aber für mich so besonders, dass ich dadurch zum U2-Fan geworden bin? Die Kurzfassung: Vertigo ist einfach ein Brett. Die etwas Ausführlichere: Gerade live ist der Track ein Spektakel und jedes Mal ein absolutes Highlight. Spätestens ab dem Refrain mit seinem eindringlichen "Hello, Hello!” möchte man aus vollem Halse mitsingen. Wobei...  eigentlich stimmt man ja schon gleich bei den ersten Worten "Uno, Dos, Tres... Catorce!” mit ein. Eins, Zwei, Drei... Vierzehn?! Richtig, vordergründig könnte man meinen, es sei ein kleiner Fehler unterlaufen. Betrachtet man das Ganze jedoch weniger aus sprachlicher als aus künstlerischer Sicht, macht es den Song doch auch wieder einzigartig und "Uno, Dos, Tres, Cuatro!” kann ja schließlich jeder. 

     

    Im Gegensatz dazu scheint sich The Edge seinem Spanisch schon sicherer, wenn er mit einem einwandfreien "¿Dónde está?” fragt, wo sich dieser mysteriöse Ort eigentlich befindet und hier und da noch ein entferntes "Hola!” ruft. Ich kann mich zwar bis heute nicht so richtig mit diesem ausgefallenen Einzähler anfreunden, finde aber die Kombination zwischen zwei verschiedenen Sprachen sehr gelungen.

     

    Doch nicht nur textlich hat der Mann mit der Mütze hier alles richtig gemacht. Vor allem der unglaublich eingängige Rock-Riff, den man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt, macht diesen energiegeladenen Track aus. Die fast schon beschwörerische und geheimnisvolle Bridge ("All of this, all of this can be yours, just give me what I want and no one gets hurt”) nimmt diese Energie für ein paar Sekunden heraus, bevor der Song dann mit viel lautem Crash-Becken-Sound von Larry und ein paar mitsing-tauglichen "Yeah, Yeah, Yeah’s” zu Ende geht. 

     

    Übrigens konnte Vertigo nach dem Release drei Grammys gewinnen, unter anderem für den besten Rocksong. Es wundert mich also nicht, dass es der Song seit nun schon 15 Jahren so gut wie jedes Mal in die Setlist schafft - von mir aus in Zukunft auch gerne wieder am Anfang am Ende eines U2-Konzertes.

     



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