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U2 News » Nancy Sinatra: "Nancy Sinatra" - Review


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   22.04.2019 um 10:08 Uhr

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Ab dem Jahr 2019 wollen wir euch in unregelmäßigen Abständen das eine oder andere Seitenprojekt mit U2-Bezug vorstellen. Die vier Herren sind seit ihren Anfängen in den 70ern an einer beachtlichen Anzahl an Alben und Songs beteiligt. Hier den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Was lohnt? Was weniger? Welcher Kurs wird aktuell aufgerufen? So manche Veröffentlichung, die noch vor wenigen Jahren weit im dreistelligen Euro-Bereich erworben werden musste und ein begehrtes Sammlerstück war, kann man mittlerweile sogar recht günstig auf den einschlägigen Portalen kaufen – andere erfuhren dafür eine Wertsteigerung. Im Fokus soll allerdings die enthaltene Musik stehen, denn da gilt es doch recht Interessantes und manchmal auch Obskures zu entdecken. Präsentieren werden wir euch das jeweils in Form einer Rezension anhand der uns vorliegenden Originale. Wer noch weitere Informationen benötigt, sollte sich bei unseren Freunden von U2songs.com und deren umfangreicher Discography umsehen.

Der Name Sinatra hat auch bei U2-Fans einen guten Klang, gar keine Frage. In erster Linie stellt man da aber eine Verbindung zu dem großen Frank her. Tochter Nancy hat man nicht unbedingt auf der Rechnung, wenn es sich um unsere vier Lieblingsmusiker dreht. Im Jahr 2004 veröffentlichte die Dame ein selbstbetiteltes Album mit U2-Beteilung. Dabei handelt es sich zudem um eine Kuriosität. „Two Shots of Happy, One Shot of Sad“ wurde ursprünglich von Bono für Frank Sinatra geschrieben. Der Ursprung des Songs geht sogar bis in das Jahr 1992 zurück. Sinatra hat den Song allerdings nicht aufgenommen. 1995 nahmen Bono und The Edge die Nummer dann zu Ehren seines 80igsten Geburtstag auf. Die Musik stammt von beiden, die Lyrics von Bono. Zudem spielten sie den Track dann für das TV-Special auch noch ein. 2003 fragte Nancy Bono, ob sie den Song für ein Soloalbum aufnehmen dürfte. Sie durfte und bekam zudem noch die Unterstützung von Adam Clayton und Larry Mullen. Somit haben alle Herren von U2 an dem Song gearbeitet und trotzdem gibt es offiziell keine gemeinsame Aufnahme.


„Two Shots Of Happy, One Shot Of Sad“ ist ein großartiger Song. Die Lyrics wurden von der guten Nancy etwas angepasst. Die angejazzte Ballade kommt im Pianobarstil sehr schön zur Geltung. Nancy Sinatra singt das anders als Bono, verruchter und geheimnisvoller. Diese Interpretation ist durchaus interessant. Abgesehen davon zeigen die Herren Clayton und besonders Mullen, dass sie sich abseits der bekannten U2-Pfade auch in anderen Genres wohlfühlen.

Das Album ist in seiner vollen Pracht nicht unbedingt ein Knaller, aber für Musikliebhaber eine Fundgrube des Obskuren. Nancy Sinatra hat sich eine Menge Gäste eingeladen oder Titel ausgesucht, die man nicht unbedingt mit ihr in Verbindung bringen würde. Das startet schon mit dem sehnsuchtsvollen „Burnin' Down The Spark“ in ungewohnten Gefilde. Die Bläserfraktion von Calexico verursacht Fernweh. Bei „Ain't No Easy Way“ fungiert Jon Spencer als Duettpartner, der hier den Brummbären gibt und somit den passenden Gegenpart bildet. Dagegen wirkt das 60ies-Flair von „Don't Let Him Waste Your Time“ fast etwas bieder – trotz Jarvis Cocker. Das gilt auch für das solide „Don't Mean Nothing“ mit Pete Yorn.

Der ungewöhnlichste Song der gesamten Platte ist sowieso „Momma´s Boy“. Nancy Sinatra klingt bei der Nummer nicht umsonst wie Kim Gordon. Thurston Moore hat das natürlich wie ein Sonic Youth-Stück arrangiert und instrumentiert. Mutig! Und gut! „Let Me Kiss You“ von Morrissey wurde sehr nahe am Original angelehnt. Kein Wunder, Morrissey hat die ganze Chose im Background überwacht. Steven Van Zandt ist beim soliden und rockig angehauchten „Baby Please Don't Go“ mit von der Partie. Hier ist durchaus der Gesang erwähnenswert, denn wie Sinatra die Nummer intoniert, holt selbige dann aus der Langeweile heraus. Das indisch und leicht psychedelisch aufbereitete „About A Fire“ macht ebenso Spaß wie auch das entrückt vorgetragene „Bossman“. „Baby´s Coming Back To Me“ wird noch mal zärtlich gesungen, bevor mit „Two Shots Of Happy, One Shot Of Sad“ der grandiose Abschluss folgt.

Nancy Sinatra hat 2004 ein durchaus interessantes Album veröffentlicht. Es ist nicht alles komplett herausragend, aber die Songauswahl, die Gäste und die Interpretationen sind teilweise sehr beachtlich. Das Werk ist etwas für Musikliebhaber - U2-Fans sollten es sowieso im Schrank stehen haben! Man kann sich das Teil übrigens immer noch relativ leicht bei den einschlägigen Portalen zu einem normalen Kurs bestellen.



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