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U2 News » U2018 - Jahresrückblick Teil 1


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   Bonoman

   30.12.2018 um 11:30 Uhr

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2018 neigt sich dem Ende und wir schauen zurück auf ein sehr intensives U2 Jahr, welches vermutlich den Schlusspunkt einer spannenden Band-Periode markiert, die im Herbst 2014 mit der Veröffentlichung von Songs Of Innocence begonnen hatte. Teil eins unseres Rückblicks (ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit):

Nothing changes on New Years Day? 2018 begann zwar nicht mit einem Paukenschlag wie im Vorjahr (unerwartete Ankündigung der Joshua Tree Anniversary Tour); dennoch gab es für unsere Redaktion keine Verschnaufpause, warf doch das Sequel der iNNOCENCE + eXPERIENCE Tour seine Schatten voraus. Drei U2 Touren innerhalb von vier Jahren – das hatte es zuletzt Anfang der 80er gegeben. So mancher Fan fragte sich vermutlich inzwischen, wie das einst gewesen war, als sowohl seine Urlaubs- als auch die Budgetplanung nicht unmittelbar mit den Gastspielen der vier Herren aus Dublin verbunden war. Zumindest den Hamburgern war das sicher egal – in den am 16. Januar veröffentlichten Tourdaten tauchte die Hansestadt zum ersten Mal nach 33 Jahren wieder auf. Überhaupt meinte es der 33 Konzerte umfassende Europa-Leg gut mit den Deutschen – sechs Konzerte in drei Städten – kein anderes Land wurde mit dieser Anzahl unterschiedlicher Locations bedacht. Dass es am Ende sogar sechseinviertel Shows werden sollten, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.

Berlin - Köln - Hamburg, U2 meinten es gut mit den Deutschen
 
Der Vorverkauf für die Europa-Konzerte verlief größtenteils störungsfrei – zumindest wenn man ihn in Relation zu den chaotischen Zuständen in Nordamerika Ende des Vorjahres setzt. Dass die Nachfrage das Angebot anfangs übertreffen würde, war zu erwarten gewesen und so ließen die kritischen Stimmen derer, die nicht auf Anhieb ihre (Wunsch)plätze erstehen konnten nicht lange auf sich warten. Bei allem Verständnis für die Enttäuschung hierüber muss man kontastieren, dass der Einsatz der verschiedenen Presale-Codes technisch im Großen und Ganzen weitgehend fehlerfrei funktionierte und auch im anschließenden freien Verkauf zwar nicht alle Kategorien, aber doch ausreichend Plätze zur Verfügung standen. Darüber ob der Anteil der für Subscriber und Albumkäufer vorbehaltenen Kontingente in einem gesunden Verhältnis zur Zahl der Tickets im freien Verkauf stand kann sicher endlos diskutiert werden. Fans, die ihre Wunschkarten erhalten haben, werden hierbei einen anderen Standpunkt einnehmen, als die, die leer ausgegangen sind. Unterm Strich bleibt stehen, dass man es a) sicher niemals allen recht machen werden wird und b) ein jeder, der die Tour besuchen wollte, am Ende auch die Möglichkeit hierzu hatte und sei es durch Rückläufer oder einen Ticketdrop kurz vor dem Konzerttag. Gemeinsam mit atu2.com haben wir außerdem 2018 die Twitter Plattform u2tickets von Fans für Fans in Leben gerufen. 
 
 
Spektakulärer Auftritt in New York im Rahmen der Grammy Verleihung © U2 Instagram


Die kommenden Monate vergingen wie im Fluge und boten allerlei Anlass zur Spekulation über die anstehende Tour. Unter anderem nährte ein Interview mit Willie Williams im Rolling Stone die Hoffnung auf die „Live Premiere einiger Raritäten“ und sehr lange, variable Sets. Wir standen diesen Aussagen seinerzeit sehr skeptisch gegenüber, hatte doch die Vergangenheit  wiederholt gezeigt, dass von entsprechenden Ankündigungen letztendlich nicht viel in die Tat umgesetzt wurde. Bevor die ersten Shows unsere Skepsis bestätigen sollten, gab es noch das ein oder andere Schmankerl, welches den Fans die Wartezeit bis zum Tourauftakt in Tulsa versüßte, darunter der Auftritt vor der Freiheitsstatue im Rahmen der Grammy Awards, diverse Vinyl-Neuauflagen, und eine limitierte Lights Of Home Version zum Record Store Day
Und wenn wir gerade über Schmankerl sprechen: das Team von u2tour.de staunte nicht schlecht, als uns Ende März ein Päckchen von musibewegt zugestellt wurde. Inhalt: eine persönliche Danksagung von Bono für unser Spendenprojekt für Ärzte ohne Grenzen. Gemeinsam mit Herbert Grönemeyer und vor allem dank Eurer fantastischen Hilfe kamen 2017 über 14.000 Euro zusammen! U2tour.de, das sind nicht nur die Betreiber und Redakteure der Seite, sondern das seid vor allem IHR – jeder der etwas zur Spendenaktion beigetragen hat, darf sich als Adressat von Bonos Danksagung verstehen und auch wir danken Euch von ganzem Herzen! Auf das wir auch in den kommenden Jahren gemeinsam viel Gutes auf die Beine stellen! Den Anfang könnt Ihr gleich bei unser aktuellen Verlosung machen; getreu dem Motto "Das Beste kommt zum Schluss" könnt Ihr HIER einen exklusiven Edel Rodriguez Kunstdruck gewinnen!

Bonos Dankeschön-Nachricht erreichte uns am 30. März
 
Anfang April begannen die Tourproben in Laval, Kanada. Und das mit einem Paukenschlag: recht schnell kristallisierte sich Acrobat als ernsthafter Kandidat für die Setlist heraus. Tatsächlich wurde der Song auf jedem Konzert der eXPERIENCE + iNNOCENCE Tour gespielt – für viele Fans sicher ihre persönliche Mondlandung; die Wiederauferstehung von Mister MacPhisto und die Darbietung der so lange ersehnten Nummer elf von Achtung Baby bleiben ohne Zweifel als ein Highlight der Tour in Erinnerung. Mit The Ocean und Staring At The Sun schafften es zwei weitere potentielle Perlen in die Setlist – doch anders als Acrobat sollten beide die Tour nicht überleben, Staring At The Sun schaffte es nicht einmal über den Atlantik. Ein weiterer sehr früher Kandidat, der die Herzen der Fans höher schlagen ließ schaffte es erst sehr spät in Europa sich final zu etablieren – die kraftvolle Darbietung von Who’s Gonna Ride Your Wild Horses hätte mehr verdient gehabt, erst seit Kopenhagen 2 hieß es bis zum Ende Tour „Besser spät als nie!“ Für die Zuschauer in Nordamerika hatte es sich hingegen bereits nach der Auftaktshow in Tulsa ausge-sha-la-la-llert.

  
Düstere Untermalung von Staring At The Sun auf dem Screen des Barricages. Ebenso wie American Soul fiel der Song nach Leg 1 aus dem Set.

So euphorisch die ersten Reaktionen angesichts der unerwarteten Nummern ausfielen, so schnell kam für viele Fans eine Art Ernüchterung. Ursächlich hierfür war nicht zuletzt, dass U2 bei 27 USA und Kanada Shows ganze 32 verschiedene Songs spielten – zum Vergleich: allein während der vier ie-Tour Berlin Shows waren es 34 (!). Die fehlende Flexibilität ergab sich aus der Tatsache, dass die eXPERIENCE + iNNOCENCE Tour stark durchkonzipiert war, unser Mitarbeiter Dirk verglich die ersten Shows treffend mit einer Theaterinszenierung. Die beinahe 1:1 Übernahme des ie-Blocks mit Iris, Cedarwood Road und Co kam bei den meisten Fans nicht besonders gut an. Und während sich U2 Fans in der über Überraschungen freuen, löste zumindest eine davon nicht gerade Jubelstürme aus: Mit All Because Of You hätten wohl die wenigsten gerechnet – und ebenso viele hätte es wohl nicht sonderlich gestört, wäre der Song nicht regelmäßig im Set aufgetaucht. Weitere Euphoriebremsen waren die Akustikversion von You’re The Best Thing About Me, bei der der Funke nicht wirklich überspringen wollte und ein Zugabenblock, der mit Love Is Bigger zwar einen Song bereithielt, der sich zwar zu einem Highlight entwickeln sollte, insgesamt aber zu „balladengetrieben“ war. Hier fehlten insbesondere die wilden Pferden aus der Auftakt-Show in Tulsa deutlich, die Band sah es anscheinend
anders.
  
Tulsa-Setlist  - die Zahl der Songs wurde im Laufe der  Tour leider schnell von 27 auf 24 gestutzt

Die Zuschauerresonanz entsprach mancherorts der eher durchschnittlichen Beurteilung, nicht selten waren große Teile der Sitzbereiche mit schwarzen Planen abgehängt und das obwohl kurzfristig durch Preissenkungen versucht wurde, noch Tickets abzustossen. Randnotiz: der angekündigte Einsatz der Augmented Reality Technologie beschränkte sich auf eine kleine Spielerei zu zu Beginn der Show - nett, aber mehr wäre hier dann wohl auch tatsächlich weniger gewesen. 
 
Bei all der Kritik gab es in dieser Zeit aber auch Positives zu berichten. Zunächst einmal das Stage Design: der hochauflösende Screen des Barricages war mehr als beeindruckend, hier setzte die Band erneut Maßstäbe. Dann fiel auf, dass die Band selbst für U2 Verhältnisse sehr intensiv die Nähe zu den Fans suchte. Kaum eine Station auf der Tour, auf der Bono, The Edge und Adam sich nicht ausführlich Zeit für Autogramme und etwas Small Talk nahmen. Insbesondere Bono hatte eine Engelsgeduld, war sehr interessiert und stets authentisch, selbst dann wenn in der Halle der Soundcheck mit dem Rest der Band schon in vollem Gange war. Dass „Lass mich einfach meinen Job machen“-Larry sich mit ganz wenigen Ausnahmen nicht an den Meet and Greets beteiligte, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden. ;) 
  
Edge & Adam suchten ebenso wie Bono immer wieder Kontakt zu den Fans 

In bleibender Erinnerung bleibt sicher auch der ein oder andere Kurzgig oder TV-Auftritt, für den die Band während der laufenden Tour Zeit fand: Bono und Edge in der Ellen DeGeneres Show, die überraschende Stippvisite bei Third Man Records, der atmosphärisch starke Auftritt in Cape Cod und natürlich die unglaublich starke Show im Apollo Theater in Harlem, New York. Hier zeigte die Band auf beeindruckende Art und Weise, dass sie nicht nur in der Lage ist, große Konzerthallen und Stadien zu bespielen, sondern in der intimen Atmosphäre eines Clubs brillieren kann. Mit dem 18 Songs umfassenden Set bot die Band einen in jeder Hinsicht beeindruckenden Auftritt. 

Love Is Bigger Than Anything In Its Way, Cape Cod 30. Juni 2018

Kurz vor dem Ende des Nordamerika Legs (eine Zusammenfassung HIER)  wurde bekannt, dass U2's langjähriges Aufnahmestudio und Hauptquartier am Hanover Quay abgerissen und an selber Stelle eine Art U2-Museum und Infocenter entstehen soll. Ob demnächst Fans aus aller Welt an diesen Ort pilgern können ist aber noch ungewiss: aufgrund der Bedenken von Anwohnern und des Dublin City Counsils ist die Zukunft des Projekts ungewiss. 

Teil 2 des Rückblicks folgt zu Beginn des neuen Jahres. Und für alle, die 2018 gerne mit Bono, Edge, Adam und Larry ausklingen lassen möchten, hier noch ein TV-Tipp:
In seiner Reihe 'Pop around the clock' zeigt 3sat am 31. Dezember das BBC Special aus den Abbey Road Studios. Alle Infos zum Programm findet Ihr HIER



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